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Zur Fußball-WM 2014 Osnabrücker pflanzen Kartoffeln in Schwarz-Rot-Gold

Von Corinna Berghahn | 12.06.2014, 08:00 Uhr

Zur Fußballweltmeisterschaft in Brasilien pflanzen fünf Osnabrücker Hobbybauern in Atter Kartoffeln in Schwarz, Rot und Goldgelb an. Noch ist etwas Zeit bis zur Ernte, aber spätestens zum Achtelfinale Ende Juni kann „Deutschland-Salat“ gegessen werden.

Liebe geht bekanntlich durch den Magen, die Liebe zum Fußball bei den Osnabrückern Karl-Heinz Weggen, Axel Seeger, Anselm Schumann, Klaus Potts und Enno Kamrath auch. Kein Wunder also, dass die fünf Männer nach dem Besuch einer Ausstellung über alte Kartoffelsorten im Botanischen Garten Osnabrück auf eine Idee der ausgefallenen Art kamen: Warum zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien nicht Kartoffeln in den Farben Schwarz, Rot und Goldgelb anbauen?

Das passende Feld fand man bei Bauer Heiner Kolkmeier in Atter. Bei der Auswahl der infrage kommenden Sorten half ihnen der Landwirt, und nach einem Probekochen und -essen stand die Wahl fest: „Wir bauen Violetta, Rote Emmalie und Mayan Gold an, alles festkochende Kartoffelsorten, die schon in Natur fast wie schwarz, rot und goldgelb erscheinen.“ Mithilfe von Ölen, Himbeeressig oder Eigelb wurden die Farben bei der Zubereitung der Salate verstärkt, erzählt Kamrath.

Trecker Anno 1954

Doch das war erst der Beginn: 800 Quadratmeter Acker mussten bestellt werden, und die Männer – die im „richtigen“ Leben eher schollenfern als Zahnarzt, Geschäftsführer, Holztechniker oder Rentner tätig sind – kauften sich extra drei Trecker für die Arbeit. „Alle Maschinen sind Baujahr 1954, also aus dem Jahr, als Deutschland zum ersten Mal Fußballweltmeister wurde. Ein gutes Omen für die Ernte“ findet Seeger. „Von Ackerbau und Kartoffelzucht hatten wir eher theoretische Ahnung“, erzählt Kamrath. „Es ist viel Arbeit, aber auch viel Spaß – und um Letzteres geht es uns auch.“

„Ende April war dann Aussaat, und das Runde musste ins Erdige“, ulkt Weggen. Was die Trecker nicht konnten, erledigten die Männer in Handarbeit. „Im Gegensatz zu den anderen Kartoffeln des Hofes wurde die gesamte „Deutschland-Zucht“ mit Vlies bedeckt, damit sie schneller wächst. Gift wurde nicht gespritzt, sagt Kolkmeier. „Nur jetzt müssen wir wegen des feucht-warmen Wetters wohl ein Mittel gegen Krautfäule einsetzen.“

„Ernten wollen wir, wenn Deutschland am 30. Juni oder 1. Juli im Achtelfinale spielt“, so Kamrath. „Zu kaufen gibt es die Erträge dann im Hofladen von Kolkmeier. Entweder schon fertig von uns zubereitet als Salat in Schwarz, Rot oder Gelb oder als dreifarbige Bünde.“ Die Erlöse sollen zu einem großen Teil gespendet werden, kündigt Kamrath an.

Kartoffeln für den VfL?

Doch was passiert, wenn es Deutschland nicht über die Vorrunde hinaus schafft? Eine undenkbare Möglichkeit für die Männer: „Natürlich wird Deutschland Weltmeister“, sagen sie unisono. Auf Belgier als Zielgruppe, die ebenfalls Schwarz, Rot und Gelb als Flaggenfarben haben und deren Fußballer in Brasilien um den Pokal kicken, müsse man also nicht ausweichen. „Und wer weiß: Vielleicht bieten wir im nächsten Jahr dann Kartoffeln in Lila und Weiß für den VfL Osnabrück an“, überlegt Weggen und lacht.

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Der Spielplan zur Fußball-WM 2014 als PDF zum Download