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Zukunftskonzept UOS 2020 Wie die Uni Osnabrück mit den Großen mithalten will

Von Sebastian Stricker | 21.06.2017, 15:39 Uhr

Mit Millioneninvestitionen in bestimmte Forschungsschwerpunkte will sich die Uni Osnabrück in den kommenden Jahren ein unverwechselbares Gesicht geben. Das „Zukunftskonzept UOS 2020“ soll helfen, im Wettbewerb der Hochschulen zu bestehen.

Die Uni Osnabrück hat sechs wissenschaftliche Felder ausgemacht, auf die sich sie ab jetzt konzentrieren möchte. Das Besondere: Die einzelnen Profillinien bringen verschiedene Fächer und Fakultäten unter einen Hut und bündeln so deren Kompetenzen.

Interdisziplinär soll beispielsweise in den Bereichen Migration, Digitalisierung und Mathematik gearbeitet werden, außerdem auf dem Gebiet der Kognition, wo das Zusammenspiel von Mensch und Technik erforscht wird. Auch Fragen der Mensch-Umwelt-Beziehung spielen künftig eine große Rolle, ebenso gemeinsame Themen von Biologie, Physik und Chemie.

Zehn Millionen Euro Anschubfinanzierung

Um die fachübergreifenden Forschungsvorhaben anzuschieben, will die Universität in den kommenden fünf Jahren insgesamt fast zehn Millionen Euro aus eigenen Rücklagen zur Verfügung stellen. Wichtigstes Ziel der Profilierung sei es, die Anziehungskraft und Leistungsfähigkeit der Osnabrücker Uni zu erhöhen und damit auch ihre Bedeutung, erklärte Präsident Wolfgang Lücke bei der Vorstellung des „Zukunftskonzepts UOS 2020“ am Dienstag. Denn als mittelgroße Hochschule sei die Uni Osnabrück für viele lukrative Drittmitteltöpfe eigentlich zu klein. Lücke: „Wir können an der Exzellenzinitiative nicht teilnehmen.“

Die Uni Osnabrück habe zwar viele Fächer. Diese seien aber für sich genommen zu dünn besetzt, um sich aussichtsreich bei gewichtigen Programmen zur Forschungsförderung zu bewerben. Durch das Zusammenwirken von Forschern aus unterschiedlichen Disziplinen könne es gelingen, eine relevante Größe zu erreichen, so der Unipräsident weiter.

Junge Forschertalente gezielt fördern

Darüber hinaus beinhaltet das Zukunftskonzept mit seinem „Strategiepaket Forschung“ die Entwicklung einer akademischen Kaderschmiede. Damit die klügsten Köpfe an die Universität Osnabrück gelockt und dort gehalten werden können, sollen im Sommersemester 2018 bis zu drei zusätzliche, hochschuleigene Graduiertenkollegs entstehen. Sie bieten jeweils Platz für bis zu sechs Doktoranden.

„Wir schaffen einen Campus für junge wissenschaftliche Talente, deren Karrieren gezielt gefördert werden. So können wir den Besten eines Jahrgangs eine Chance geben“, erläuterte Susanne Menzel, Vizepräsidentin für Forschung und Nachwuchsförderung. Neu aufgestellt werde im Zuge dessen auch der zentrale Forschungspool – ein Topf zur systematischen, finanziellen Unterstützung von Wissenschaftlern bei der Drittmitteleinwerbung.

Kompetenzbündelung über Fächergrenzen hinweg

Das Zukunftskonzept UOS 2020 ist das Ergebnis eines anderthalbjährigen Entwicklungs- und Beratungsprozesses. Alle Statusgruppen der Universität haben sich den Angaben zufolge daran beteiligt, sprich Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter, Beschäftigte aus Technik und Verwaltung sowie Studenten. Außerdem seien externe Sachverständige aus dem In- und Ausland eingebunden gewesen. Um die Qualität der neuen Forschungsprofile zu sichern, sollen Gutachter diese auch weiterhin beurteilen.

Das Konzept biete die „einzigartige Möglichkeit, über die sonst üblichen Grenzen der Fächer hinweg Kompetenzen zu bündeln“, sagte der Vizepräsident für Hochschulentwicklung und Strategie, Thomas Bals. Es hebe die Uni Osnabrück von der Konkurrenz ab, mache sie attraktiver und bedeutsamer. Allerdings müsse sich der Prozess in spätestens fünf Jahren selbst tragen. Danach seien die Rücklagen aufgebraucht.

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