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Zugausfälle So ergeht es Reisenden am Osnabrücker Hauptbahnhof nach Sturm „Xavier“

Von Olga Zudilin | 06.10.2017, 11:32 Uhr

Pendler am Osnabrücker Hauptbahnhof haben am Freitagmorgen viel Geduld mitbringen müssen. Wegen des Sturms Xavier sind mehrere Zugverbindungen ausgefallen. Wir haben mit den Pendlern gesprochen.

Osnabrücker Hauptbahnhof am Freitag kurz nach 7 Uhr: Vor dem Kundeninformationszentrum der Deutschen Bahn bildet sich eine Schlange bis in die Eingangshalle. Zuggäste stehen mit Koffern und ihren Bahntickets in der Schlange, um herauszufinden, ob ihr Zug fährt. Ein Servicemitarbeiter in roter Uniform ist umringt von Fahrgästen. Auch sie wollen wissen, wie es nun für sie weitergeht.

Züge fahren vereinzelt

Immer wieder sind Durchsagen zu hören, die über Zugausfälle informieren. Auf der Informationstafel steht: „Aufgrund von witterungsbedingten Störungen ist der Zugverkehr eingestellt“. Vereinzelt fahren allerdings doch Züge. So sieht es auch beim IC um 7:53 nach Amsterdam aus, mit dem Johanna Haberer fahren möchte. Sie muss den Zug unbedingt nehmen. „Ich fliege heute um 14.30 Uhr von Amsterdam nach Mexiko Stadt in den Urlaub“, sagt die 20-Jährige. Ihre Mutter hat sie am Freitagmorgen mit dem Auto aus Bramsche zum Osnabrücker Hauptbahnhof gebracht. „Wir haben Informationen vom Servicemitarbeiter bekommen. Der Zug soll voraussichtlich fahren“, sagt Haberer.

Informationen über die Bahn-App

Ähnlich geht es auch Jessika Vocke. Sie wartet am Hauptbahnhof auf ihren Zug um 7:49 nach Münster. Die Studentin pendelt regelmäßig nach Münster, weil sie dort studiert. „Ich schreibe heute eine Klausur“, sagt die 21-Jährige. Sie habe sich mithilfe der Bahn-App über ihren Zug informiert und sei dann zum Hauptbahnhof gefahren.

 Weiterlesen: Sturmtief „Xavier“: Diese Züge in unserer Region fallen aus 

Doch nicht alle Reisende haben am Freitagmorgen so viel Glück wie Johanna Haberer und Jessica Vocke. Gabriele Brettholle zum Beispiel wollte an diesem Freitagmorgen eigentlich mit dem Zug von Osnabrück ins heimische Bohmte fahren. Daraus wird aber nichts. „Ich war im Krankenhaus und wollte ursprünglich den Zug um 7.34 Uhr nehmen. Doch der fällt aus“, sagt die 63-Jährige. Auch der nachfolgende Zug um 8.34 Uhr fährt nicht. Nach Hause kommt sie trotzdem. „Mein Ehemann holt mich mit dem Auto ab“, sagt Brettholle.

Bretthole ist kein Einzelfall – im Gegenteil. Viele Pendler stehen ratlos am Bahnsteig. Nach Angaben der Deutschen Bahn sind am Freitagmorgen noch viele Strecken gesperrt.

Folgende Strecken sind von Zugsaufällen betroffen:


  • Osnabrück – Hamburg
  • Berlin – Hannover
  • Hamburg – Berlin
  • Hamburg – Hannover
  • Leer (Ostfriesland) – Bremen
  • Bremen –Wunstdorf
  • Hannover – Magdeburg – Berlin
  • Hamburg – Kiel

Die Strecken Dortmund–Hannover, Rheine–Norddeich, Dortmund–Osnabrück und Berlin – Leipzig sind laut der Deutschen Bahn bereits wieder befahrbar.

Der Nahverkehr läuft nach Angaben der Deutschen Bahn in Teilen wieder an, insbesondere in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg. Die Strecken insbesondere von Berlin nach Hannover und von Hamburg nach Hannover werden mit höchster Priorität frei geräumt. Laut der Bahn werden betroffene Eisenbahnstrecken durch Hubschrauberflüge erkundet.

 Update: 

Am späten Freitagnachmittag teilte die Bahn mit, dass die Strecke Hamburg – Hannover wieder bedient wird. Die Strecke Berlin – Hamburg werde aufgrund massiver Schäden erst wieder ab dem 9. Oktober befahrbar sein werde.

Nach derzeitigen Prognosen werden folgende Strecken jeweils zum Betriebsbeginn des genannten Tages wieder befahrbar sein:


  • Hannover – Berlin: erste Züge ab 7. Oktober
  • Hamburg – Hannover: ab 7. Oktober
  • Berlin – Dresden: ab 7. Oktober
  • Hamburg – Kiel – Westerland (Sylt): ab 7. Oktober
  • Bremen – Hannover: ab 8. Oktober
  • Hamburg – Berlin: ab 9. Oktober
  • Osnabrück – Hamburg: ab 9. Oktober
  • Hannover – Magdeburg – Berlin: ab 9. Oktober
  • Leer – Oldenburg – Bremen: ab 11. Oktober