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Zu viel NO2 in Osnabrück Saubere Luft ist keine Schikane

Meinung – Rainer Lahmann-Lammert | 02.12.2015, 07:00 Uhr

Die Einschläge kommen näher. Für die Stadt zeichnet sich ab, dass sie 2016 eine Strafzahlung leisten muss, weil sie es nicht geschafft hat, die Luftverschmutzung auf ein erträgliches Maß zu senken. Beim Stickstoffdioxid wird der Grenzwert regelmäßig um ein Viertel überschritten.

Das Vertragsverletzungsverfahren, das der Stadt Osnabrück jetzt droht, ist keine Schikane weltfremder EU-Bürokraten, wie manche Spötter einwenden mögen, sondern konsequenter Gesundheitsschutz. Stickstoffdioxid kann Asthma verursachen und gilt als krebsverdächtig. Zusammen mit anderen Luftschadstoffen sorgt dieses Gift dafür, dass jedes Jahr in Deutschland einige zigtausend Menschen vorzeitig sterben. Das ist schon Anlass genug, der Autoindustrie kritischer auf die Finger zu schauen und darauf zu achten, dass die Schadstoffe auf der Straße und nicht im Labor gemessen werden. Aber erst nach dem VW-Skandal traut sich die Politik an diese heilige Kuh heran.

Es nützt aber nichts, auf „die da oben“ zu schimpfen. Jeder kann dazu beitragen, dass die Luft in Osnabrück nicht noch schlechter wird. Einfach das Auto mal stehen lassen.