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Zu Gast bei den Zerspanern Thomas Oppermann besucht Osnabrücker Berufsschule

Von Joachim Dierks | 24.07.2014, 13:03 Uhr

Manches Problem auf der politischen Bühne würde er auch gerne zerspanen und damit in Wohlgefallen auflösen, aber dafür gibt es noch keine Werkzeuge: Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, sah sich jetzt mit umso größerer Bewunderung an, wie versiert Felix Pohlmann und seine Kollegen aus der „Zerspanerklasse“ MZM 21 der BBS Brinkstraße dem Aluminium-Werkstück zu Leibe rückten.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Rainer Spiering hatte seinen Fraktionschef eingeladen, Einrichtungen der beruflichen Bildung in seinem Wahlkreis zu kennenzulernen.

Nach einem Redaktionsbesuch bei der Neuen Osnabrücker Zeitung waren die Berufsbildenden Schulen des Landkreises an der Brinkstraße in Osnabrück die erste Station. Andere Besucher verlaufen sich hier leicht, nicht jedoch Rainer Spiering. Er war bis zu seinem Einzug in den Bundestag vor einem Dreivierteljahr Mitglied des Lehrerkollegiums. Schulleiter Johannes Brockmeyer und sein Leitungsteam nutzten gern die Gelegenheit, dem Gast aus Berlin die beeindruckende Vielfalt an Schultypen und Abschlussmöglichkeiten zu erläutern, die 140 Kollegen den 4398 Schülern in 220 Klassen eröffnen. „In der öffentlichen Diskussion ist fast nur von den allgemeinbildenden Schulen die Rede. Kaum einer weiß, welch breit gefächerte Bildungswege wir vorhalten“, sagte Brockmeyer und rannte dabei bei Oppermann offene Türen ein. „Ich war schon immer ein Vorkämpfer für die Gleichrangigkeit von akademischer und beruflicher Bildung“, betonte der frühere niedersächsische Wissenschaftsminister.

Nach der schulischen Säule des dualen Bildungssystems suchten Oppermann und Spiering eine der betrieblichen Säulen auf: die Firma Elektro-Bau-Montage (ebm) in der Karmannstraße in Osnabrück. Geschäftsführer Andreas Ennen stellte die in seinem Unternehmen vertretenen Ausbildungsberufe vor, lobte die enge Zusammenarbeit mit den BBS und nutzte aber auch die Gelegenheit, den Bundespolitikern einige kritische Kommentare zu seiner Ansicht nach überzogenen Reglementierungen in Sachen Umweltschutz und Fördermittelvergabe mit auf den Weg zu geben.