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Zu Gast als Bundespräsident Roman Herzog feierte in Osnabrück das Friedensjubiläum

Von Wilfried Hinrichs | 10.01.2017, 13:34 Uhr

Der verstorbene Bundespräsident Roman Herzog ist ein Teil der Osnabrücker Geschichte. Beim Friedensjubliäum 1998 repräsentierte er die Bundesrepublik beim großen Treffen gekrönter Häupter im Rathaus.

Es ist ein einmaliges Bild, dass am 24. Oktober 1998 im historischen Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses entstand. 350 Jahre nach Abschluss des Westfälischen Friedens trafen sich die höchsten Repräsentanten europäischer Staaten – Königinnen und Könige, Präsidenten und Minister – um den Geist des großen Friedensschlusses weiter fortleben zu lassen. Selten zuvor waren so viele gekrönte Häupter gemeinsam auf einem Foto versammelt. Der damalige Bundespräsident Roman Herzog stand in der Mitte, an der Seite von Beatrix von den Niederlanden, im Moment der Aufnahme im Gespräch vertieft mit Großherzog Jean von Luxemburg.

Redner beim Friedensgespräch

Herzog, der am Dienstag im Alter von 82 Jahren starb, war zuletzt 2011 in Osnabrück. Der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts sprach bei den Friedensgesprächen vor 800 Zuhörern in de Osnabrückhalle über die Krise Europas und plädierte für den Verbleib Griechenlands in der Währungsunion. Für Herzog waren der Auftritt und das Thema eine Herzensangelegenheit, denn er engagierte sich stets für den europäischen Gedanken. Dabei verschwieg er Fehlentwicklungen nicht. Europa kranke an seiner schieren größe, so Herzog in seiner Rede in Osnabrück. Um funktionsfähig zu bleiben, brauche Europa in allen Staaten mehr Haushaltsdisziplin und eine gemeinsame Stelle, die diese auch kontrolliere und im Notfall die Befugnis habe, Sanktionen zu verhängen. (Lesen Sie auch: Die besten Zitate von Roman Herzog) 

Ein drittes Mal trat Roman Herzog 2001 in Osnabrück in Erscheinung, auch damals schon als Alt-Bundespräsident. Er nahm im Geschenkehaus Schäffer am Nikolaiort einen Scheck über 32 000 Mark für die Mukoviszidose-Stiftung seiner verstorbenen Frau Christiane entgegen. Schäffer-Chefin Winifred Waldvogel, die das Geld durch eine Tombola eingenommen hatte, sagte damals zu Herzog: „Ich bin ein Fan von Ihnen und habe mich von Ihnen immer hervorragend vertreten gefühlt.“