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Zoo-Orakel Waschbärdame Luna tippt auf Deutschland

Von Kai von Häfen | 25.06.2014, 20:36 Uhr

Zwei Spiele, vier Punkte – der Start von Jogis Team in diese Weltmeisterschaft war zwar ordentlich, aber nicht perfekt. Im Vergleich zu den tierischen Orakeln aus dem Zoo war es aber ein Traumstart. Denn weder Orang-Utan Buschi, noch Elefant Dinka lagen mit ihren Tipps richtig.

Osnabrück. Zwei Spiele, vier Punkte – der Start von Jogis Team in diese Weltmeisterschaft war zwar ordentlich, aber nicht perfekt. Im Vergleich zu den tierischen Orakeln aus dem Zoo war es aber ein Traumstart. Denn weder Orang-Utan Buschi, noch Elefant Dinka lagen mit ihren Tipps richtig . Der Zwischenstand im Orakelwettstreit Mensch gegen Tier heißt deswegen auch: Zwei zu null für mich! Diese nahezu abenteuerliche Siegesserie von mir (zwei in Folge, persönliche Bestleistung) kann der Zoo natürlich nicht auf sich sitzen lassen, spielt jetzt mit harten Bandagen und schickt einen Gegner ins Rennen, der buchstäblich mit allen Wassern gewaschen ist: Waschbär Luna steigt in den Orakelring.

Bevor ich zum Wettorakeln in den Zoo aufbreche, überkommt mich aber dieses Mal direkt vor der eigenen Haustür die geballte nationale Verantwortung. Wenn ich wirklich das Orakel bin, darf ich dann überhaupt gegen Deutschland tippen? Trage ich dann die Schuld am möglichen Ausscheiden in der Vorrunde? Und wie schrecklich sind eigentlich die Konsequenzen? Immerhin könnte es sein, dass wir in den Nachrichten dann wieder Angela Merkel oder Sigmar Gabriel statt Tore, Jubel und alkoholselige schwarz-rot-goldene Jubelmenschen sehen. Keine schöne Vorstellung.

Am Zoo angekommen, liegt die Konzentration aber schon wieder auf dem Gegner. Und so wie Jogi Löw überlegt, Khedira gegen Schweinsteiger zu tauschen, hat sich auch der Zoo überlegt, einen Wechsel vorzunehmen. Die Herren haben beim Tippen versagt, jetzt sind die Damen dran. Waschbärendame Luna ist mein erster weiblicher Gegner. Ein harter, denn in den meisten WM- und EM-Tipprunden gewinnt am Ende doch eine Frau, ganz egal wie viele Sonderhefte die Männer gelesen und wie viele Paninibilder sie verklebt haben. Und auch sonst entpuppt sich Luna als gewitzter Gegner. Als ich das Gehege betrete, kommt sie zwar auf mich zu, aber was ich als freundliche Begrüßung interpretiere, entpuppt sich als Versuch, meine Taschen zu durchsuchen. Die kleinen Waschbärpfoten tasten bestimmt nach meinen Tipps. Wir kämpfen jetzt also schon mit Tricks, Raubtier bleibt halt Raubtier. Immerhin werde ich nicht gebissen. Waschbären haben schließlich bessere Manieren als Luis Suárez.

Zum Tippen gibt es wieder drei Futterpakete mit den Fahnen drauf, auch ein Unentschieden ist wieder dabei. Luna fackelt aber nicht lange und stürmt schon auf die drei Päckchen zu, als sie noch unter einer Kiste stehen. Nicht umsonst sagt Tierpfleger Thorsten Vaupel, dass sie für Futter alles tun würde. Als die Kiste gelüftet wird, hat Luna dann nur noch Augen, Nase, Pfoten und Zähne für das deutsche Päckchen, so sicher war sich bisher noch kein WM-Orakel in diesem Jahr. Für Luna ist es ganz klar, Deutschland wird Gruppenerster und das mit einem Sieg über die USA – immerhin das Heimatland der Waschbären. Das soll schon was heißen.

Ich tippe auf Unentschieden und freue mich auf die „Schande von Gijón“-Diskussion . Ein Remis reicht schließlich beiden Teams.