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„ZeitSprünge“: Ballettschule Escaño zeigt eine Reise durch die Geschichte des Tanzes Zauberhafter Reigen

Von Uta Biestmann-Kotte | 28.03.2011, 15:53 Uhr

Einen weiten Bogen über die Geschichte des Tanzes hat die neueste Produktion der Ballettschule Escaño gespannt. Am Sonntag war Premiere im Theater am Domhof.

Die Natur erwacht zu neuem Leben. Kleine Insekten mit Besen bringen die zarten Blumen in duftigen gelben, grünen und lila Tutus zu neuem Glanz. Bunte Schmetterlinge und Vögel in leuchtend bunten Trikots tanzen zur Musik von Alexander Glasunow durch die Szenerie.

So heiter und lebensfroh bringen die jungen Tänzerinnen und Tänzer im Alter zwischen 5 und 20 Jahren Frühling und Sommer aus dem Ballett „Die Jahreszeiten“ auf die Bühne – eine Choreografie von Bettina Escaño, die 2006 im Theater am Domhof uraufgeführt wurde. Am Sonntag fand im Theater die Premiere von Escaños neuestem Tanz-Projekt statt. Mit 80 Schülerinnen und Schülern ihrer Ballettschule hatte die Tanzpädagogin mit Catharina van Seventer und Jewgenij Zakharchenko in acht Monaten eine Revue um das Thema „Zeit“ erarbeitet: „ZeitSprünge – Eine Reise durch die Ballettgeschichte“. Herausgekommen ist ein bunter Ballett-Reigen mit zauberhaften Kostümen, die zum Teil aus Escaños Fundus stammen.

Szenen aus den Anfängen des klassischen Tanzes wechselten sich darin ab mit Auszügen aus berühmten Balletten wie Tschaikowskys „Nussknacker“ oder „Dornröschen“. Abgerundet wurde das Programm mit Kostproben aus dem Bereich des modernen Ausdruckstanzes und des neoklassizistischen Ballets. Solistisch konnten die 18-jährige Hannah Hauschild und die 15-jährige Olivia Papoli-Barawati überzeugen. Als Gastchoreografen trugen Gisela Peters-Rohse und Jozsef Csaba Hajzer zur tänzerischen Vielfalt bei.

Peters-Rohse, eine anerkannte Größe im Bereich Kindertanz, sorgte mit ihrer Bearbeitung bekannter Kinderlieder und dem „Rhythmus in Dosen“ für kindliche Leichtigkeit. Hajzers zeitgenössische Choreografie „River Song“ zu bulgarischen Frauengesängen bildete einen reizvollen Kontrast zu den anfänglichen von historischen Tanznotationen abgeleiteten höfischen Tänzen.

Wie sich die Hektik der Zeit tänzerisch ausdrücken lässt, zeigte Peters-Rohses Choreografie „Zeit ist...“. Zu einer Musikcollage aus rasselnden Weckern, tickenden Uhren und Vogelgezwitscher wechselte eine Tanzgruppe von militärisch-strammen Reihen zu entspannten Figuren, um gleich wieder im Diktat der Uhr strammzustehen. Der finale Ruf „Lasst uns Zeit!“ ließ sich durchaus als Mahnung verstehen. Das Publikum zeigte sich begeistert von den zauberhaften Tanzdarbietungen, für die es sich gern Zeit genommen hatte.

Eine weitere Aufführung findet am Sonntag, dem 3. April, um 11 Uhr im Theater am Domhof statt.