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Zeichnungen und Malereien Ausstellung bei der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück

Von Matthias Liedtke, Matthias Liedtke | 31.05.2016, 16:52 Uhr

Unter dem Titel „Filigrane Landschaften“ sind noch bis Oktober Zeichnungen und Malereien von Thomas Langer und Thorsten Stolte in der Studiogalerie der Werkstatt der Heilpädagogischen Hilfe (HHO) in Sutthausen zu sehen.

Entstanden sind die Werke im Rahmen des Kunstcontainers, ein inzwischen seit neun Jahren bestehendes, offenes Angebot der Osnabrücker Werkstätten.

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„Sutthauser Superstars“

Zur Ausstellungseröffnung sangen die „Sutthauser Superstars“ nach der Begrüßung durch HHO-Geschäftsführer Heiner Böckmann nicht nur „Ein Hoch auf uns“, sondern auch von „all deinen Farben“. Das passte gut, denn beide Künstler experimentieren mit Techniken, die spannende Farbmischungen und -kombinationen hervorbringen.

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Thomas Langer, der seit 2007 von Anfang an im Kunstcontainer dabei ist, sind bei seinen Landschaftsmalereien bestimmte, von der Natur inspirierte Farben wichtig, die er erst ganz zum Schluss zu einem harmonischen Gesamtbild zusammenmischt. Zuvor bringt er die Konturen seiner Natureindrücke mit Bleistiften und viel Gestaltungsspielraum feingliedrig aufs Papier, um sie dann so zu übermalen, dass die „Details erst im zweiten Blick“ erkennbar werden, wie Kai Jobusch betonte, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität die Ausstellung mitorganisiert hat.

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Besondere Formsprache

In seiner fachkundigen Einführung ordnete der Kunsthistoriker die zahlreichen Exponate in die lange Tradition der Landschaftsmalerei ein. Zu den Bildern von Thorsten Stolte, der zuvor in der hauseigenen Gießerei gearbeitet hat und seit drei Jahren im Kunstcontainer kreativ tätig ist, bemerkte er, dass sie sich durch eine „besondere Formsprache“ auszeichnen, wobei auch hier die vorgezeichnete Linie ein „wichtiges Gestaltungselement“ sei. Mit abgetönten, aber dennoch leuchtenden Farben füge er eine „Vielzahl an Formen und Gegenständen“ in einem „intuitiven Prozess“ zu farbigen Landschaftsbildern mit „positiver Gesamtwirkung“ zusammen.

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Während Thorsten Stolte eher „gesetzt, verdichtet und präzise“ arbeite, wirkten die Bilder von Thomas Langer „aufgelöster, atmosphärischer und expressiver“, bringt der Künstler Christoph P. Seidel , der die Arbeiten begleitet hat, die Unterschiede auf den Punkt. Nichtsdestotrotz zeichne aber beide Künstler gleichermaßen aus, dass sie für ihre „filigranen“ Landschaftsmalereien eine „analytische Vorgehensweise“ wählen, indem sie zunächst ihre „Motive in sehr intensive, kleinteilige Einzelformen auflösen“, um daraus danach aber wieder eine harmonische „Summe“ zu erzeugen.