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Xerion 5000 als Dauerleihgabe Claas spendiert Hochschule Osnabrück Riesentraktor

Von Sebastian Stricker | 13.10.2014, 14:46 Uhr

17 Tonnen schwer, über 520 PS stark – und knapp 400.000 Euro teuer: Der Traktor Xerion 5000 ist die wohl größte Dauerleihgabe, die von der Hochschule Osnabrück jemals in Empfang genommen wurde. Spender des Superschleppers ist Hersteller Claas aus Harsewinkel.

Der Landmaschinenkonzern leistet damit zu Beginn des Wintersemesters einen gewichtigen Beitrag für angewandte Lehre und Forschung. Der Großtraktor soll „zentraler Baustein in der Ausbildung der Studierenden sein“, verspricht Bernd Johanning, Professor für Landtechnik und mobile Arbeitsmaschinen an der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik .

Auch Hochschulpräsident Andreas Bertram lobt das Engagement der Ostwestfalen. „Nur in enger Zusammenarbeit mit den Unternehmen gelingt es, Forschung, Lehre und Transfer auf exzellente Weise miteinander zu verbinden.“ Dies sei das Pfund, mit dem die Hochschule künftig noch mehr wuchern wolle.

Flaggschiff der Firma

Der Xerion 5000 ist das Flaggschiff unter den Claas-Traktoren . Mit knapp acht Meter Länge und vier Meter Höhe stellt er viele herkömmliche Ackerschlepper in den Schatten. Auffällig ist die Trac-Bauweise mit zwei lenkbaren Achsen, vier gleich großen, jeweils 2,16 Meter hohen Rädern und der ungewöhnlichen Position der Fahrerkabine. Sie befindet sich nicht am hinteren Ende, sondern in der Mitte des Traktors. Optional ist sie sogar drehbar – so entfällt das mitunter schwierige Rückwärtsfahren.

Dekan Alexander Schmehmann ist davon überzeugt, dass sich die Großzügigkeit der Firma Claas letztlich auch für sie auszahlt. Seine Fakultät sehe ihre Stärke in der „passgenauen, praxisorientierten Ausbildung“ der Studenten. Von denen möglicherweise der eine oder andere nach Abschluss seines Studiums bei Claas & Co. landet. „Wir möchten, dass die Unternehmen bei uns genau die Ingenieure finden, die sie suchen.“

Professor Schmehmann verweist in diesem Zusammenhang auf einen neuen Bachelor-Studiengang Elektrotechnik, der im Sommersemester 2015 an den Start geht. „Elektrotechnische Anwendungen werden in vielen Bereichen immer wichtiger. Diesem Bedarf wollen wir mit unserem neuen Angebot entsprechen.“

Geben und nehmen

Dass die Absolventen der Fakultät für den heimischen Landmaschinen-Hersteller längst einen großen Gewinn bedeuten, hob Michael Kohlem hervor, Vorstandsmitglied und Vizepräsident für Forschung und Entwicklung bei Claas. „Tatsächlich beschäftigten wir mittlerweile eine deutlich zweistellige Zahl von Studierenden der Hochschule Osnabrück.“ Die Bereitstellung des Xerion 5000 drücke den Wunsch nach einer noch engeren Verzahnung aus. „Es sind vor allem die Denkimpulse, die Ideen der Lehrenden und Studierenden für zukünftige Techniken, die uns begeistern und bereichern“, sagt Kohlem.

Anstöße zur Verbesserung von Abläufen, Verfahren und Systemen entwickeln die Studenten zum Beispiel in vorlesungsbegleitenden Praktika. Mit dem Riesentraktor steht ihnen jetzt außerdem das denkbar größte Spielzeug zum Experimentieren zur Verfügung. „Die Hydraulikleistung des Xerion kann hier getestet werden“, nennt Professor Johanning ein konkretes Beispiel aus der angewandten Lehre. Was die Forschung angeht, helfe der Xerion 5000 bei der Entwicklung eines Sicherheitsassistenten für Traktoren (TSA), der etwa die Gefahren beim Abbiegen verringern soll.