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Wohnen mit Hund Osnabrücker Hartz-IV-Empfänger bietet 500 Euro für Wohnung

Von Sven Kienscherf | 23.12.2015, 12:53 Uhr

Seit zwei Jahren ist Florian Barbig für sich und seinen Hund auf der Suche nach einer Wohnung. Bisher erfolglos. Nun hat sich der Hartz-IV-Empfänger entschlossen, 500 Euro an denjenigen zu bezahlen, der ihm eine Bleibe vermitteln kann.

Florian Barbig ist gelernter Schlosser. Nach der Trennung von seiner Freundin 2013 zog der 30-Jährige wieder zu seinen Eltern. Mitgenommen hat er Öhrnie, einen drei Jahre alten Labrador. „Den habe ich, kurz bevor wir uns getrennt haben, zusammen mit meiner Freundin von einem Züchter gekauft.“

Für ihn bedeutet der Hund alles, sagt er. „Man könnte sagen, er ist mein bester Freund und hat mir in schweren Zeiten geholfen, immer weiter zu machen.“ In der Folge der Trennung von seiner Freundin erkrankte Barbig an Depressionen.

Mit Job total übernommen

Nach verschiedenen Jobs arbeitete er bis Mitte 2015 als Schlosser in einem kleinen Unternehmen in Osnabrück. Dann wurden die Depressionen wieder schlimmer. „Ich habe mich mit dem Job total übernommen.“ Er schafft es nicht, zur Arbeit zu gehen und verliert seine Anstellung. So erzählt er seine Geschichte. Anspruch auf Arbeitslosengeld hat er nach eigenen Angaben nicht. Stattdessen bekommt er Hartz IV.

Nun sucht er dringend wieder eine eigene Bleibe. Das Amt würde ihm eine Wohnung bis zu 381 Euro brutto Kaltmiete bezahlen. Aber mit Hund habe ihn bisher kein Mieter haben wollen. „Vermutlich befürchten sie, dass Öhrnie die Ruhe stört oder andere Nachbarn Angst vor ihm haben. Dabei ist er ein ganz lieber Hund.“

„Einige Vorschläge bekommen“

Um endlich eine neue Bleibe für sich und Öhrnie zu finden, hat er sich entschlossen, demjenigen 500 Euro zu bezahlen, der ihm eine Wohnung vermitteln kann. „Als ich noch als Schlosser gearbeitet habe, habe ich ganz gut verdient. Das Geld stammt aus meinen Rücklagen.“

Sein Wohnungsgesuch hat er in der Facebookgruppe „Wohnraum in Osnabrück“ gepostet – mit ersten Erfolgen: „Ich habe schon einige Rückmeldungen bekommen.“ Barbig möchte jetzt so schnell wie möglich eine Therapie machen, um seine Depressionen in den Griff zu bekommen und wieder arbeiten gehen zu können. Er ist zuversichtlich, dass es klappt.