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Wissenschaftsrat Universität Osnabrück wird nationales Zentrum der Zellforschung

Von Sebastian Stricker | 26.04.2013, 12:40 Uhr

An der Universität Osnabrück soll ein bundesweit einmaliges Zentrum zur Zellforschung entstehen. Das hat der Wissenschaftsrat am Freitag auf seiner Frühjahrssitzung in Würzburg empfohlen. Die Kosten für den Neubau auf dem Campus Westerberg betragen 20 Millionen Euro und werden je zur Hälfte vom Land Niedersachsen und dem Bund übernommen.

In dem Zentrum für zelluläre Nanoanalytik, kurz Cellnanos, soll der Brückenschlag zwischen biologischer Grundlagenforschung und ihrer Anwendung in der Medizin gelingen. Den Forschern werde für ihre Arbeit modernste Technik zur Verfügung gestellt, heißt es. Die Universität Osnabrück spricht von einem „national bedeutsamen Forschungsbau“. Die Empfehlung des Wissenschaftsrates honoriere „einerseits die erfolgreiche Forschungshistorie der Osnabrücker Biologie und steigert andererseits das Renommee der Universität Osnabrück insgesamt“, sagte Universitätspräsident Claus Rollinger in einer ersten Stellungnahme. Das Forschungszentrum biete „die einmalige Möglichkeit, an der Universität Osnabrück die gesamten Naturwissenschaften auszubauen und die außerordentlich wichtige interdisziplinäre Zusammenarbeit zu stärken.“

Im Cellnanos werden mittelfristig 50 Wissenschaftler aus den Bereichen Biologie, Chemie und Physik gemeinsam mit Mathematikern und Kognitionswissenschaftlern neue Verfahren etablieren, mit denen „die dynamische Wechselwirkung von Molekülen in kleinsten zellulären Funktionsverbänden aufgeklärt werden kann“, erklärte der Osnabrücker Biophysiker Jacob Piehler. Ein zentrales Anliegen der modernen Zellbiologie ziele auf das Verständnis der Funktionen von Proteinen im zellulären Zusammenhang. Auf der Basis quantitativer Analysen können dann komplexe zelluläre Abläufe besser verstanden werden. Krankheiten wie Krebs oder Autoimmunerkrankungen gingen immer auf Störungen des Geschehens in einer Zelle zurück, erläuterte Piehler. „Die pharmakologische Behandlung dieser Krankheiten ist noch immer außerordentlich unbefriedigend.“

Mit dem Bau des Cellnanos soll 2014 begonnen werden. Das dreistöckige Gebäude soll in direkter Anbindung an das Hauptgebäude der Biologie auf dem Campus Westerberg entstehen und 2016 bezugsfertig sein.

Auf Basis der Empfehlung des Wissenschaftsrats entscheidet in Kürze abschließend die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern über das Vorhaben. Der Wissenschaftsrat berät die Bundesregierung und die Regierungen der Länder in Fragen der inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Hochschulen, der Wissenschaft und der Forschung.