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„Wir wollen die Stadt verschönern“ Öwer de Hase: Bäume in Vasen und ein freier Blick auf den Fluss für neue Promenade in Osnabrücker Innenstadt

Von Wilfried Hinrichs | 04.05.2012, 12:01 Uhr

Für Verleger Hermann Elstermann ist es eine „Herzensangelegenheit“: Die Hase soll zurück ans Licht. Dazu will er den Deckel der Straße „Öwer de Hase“ lüften und den einstigen Hinterhof der Großen Straße zu einem Schmuckstück mit Baumvasen, Spiegel- und Lichteffekten machen.

Nach den Plänen der Landschaftsarchitekten Cornelia Müller und Jan Wehberg (Büro Lützow 7, Berlin) soll das offene Hasebett von einer Steg- und Brückenkonstruktion umgeben werden. Damit wird es möglich, dass die Gehwege zu beiden Seiten über die Wasserlinie hinausragen. Besonderen Pfiff bekommt die neue Hase-Promenade durch drei Baumvasen. Das sind Stahlbetonpfähle in der Form von Trichtern, die die gesamte Konstruktion stützen und zugleich den Boden für solide Bäume bilden.

Die Unterseite des mehrstöckigen Brückenbauwerks soll nach dem Vorschlag  der Planer verspiegelt werden. Die Spiegel, die sprudelnde Hae und ein ausgeklügeltes Lichtsystem könnten die Ecke zu einem attraktiven Standort für die Gastronomie machen, sagte Jan Wehberg am Freitag während der Präsentation der Pläne.

„Wir wollen die Stadt verschönern“, sagte Hermann Elstermann, der schon Ende der Neunzigerjahre zusammen mit Theodor Bergmann die Haseöffnung zwischen Galeria Kaufhof und Sportarena angestoßen hatte. „Uns liegt sehr viel daran, diesen Prozess fortzusetzen,“ so Elstermann. Er freue sich, dass der Vorschlag bei den anderen Anliegern und bei der Stadt auf offene Ohren gestoßen sei. Jan-Dirk Elstermann betonte, es öffne sich jetzt ein schmales Zeitfenster, das Projekt umzusetzen. Diese Chance sollte genutzt werden.

Das Zeitfenster ergibt sich aus dem akuten Sanierungsdruck: Der Hasedeckel muss nach den Worten von Stadtbaurat Wolfgang Griesert in den nächsten zwei bis drei Jahren überarbeitet werden. Geschätzte Kosten: 500000 Euro. Das Geld könnte stattdessen in die Haseöffnung und Neugestaltung fließen. Griesert unterstützt das Projekt, das die Hase als „Seele der Stadt“ ein weiteres Stück erlebbar machte.

Die Gesamtkosten, die Griesert auf 1,5 Millionen Euro beziffert, sollen sich Anlieger und Stadt je zur Hälfte teilen. Hermann Elstermann versicherte, dass er sich dabei als Hauptanlieger  in einer besonderen Verantwortung sieht. Er holte nach der Präsentation der Konzepte einen Zeitungsausschnitt vom 6. Dezember 1999 hervor, der den Beginn der ersten Haseöffnung bei Galeria Kaufhof vermeldete. Damals habe er die  Hoffnung geäußert, dass man eines Tages zu Fuß an der Hase entlang vom  Bahnhof bis zur Pernickelmühle gehen könne. Elstermann:  „Jetzt können wir das Ziel wirklich erreichen.“