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Freitag "Wild Grandma" beim EMAF "Wild Grandma" - vielseitiger Filmblock in Lagerhalle

Von Frank Jürgens | 25.04.2019, 11:12 Uhr

Im Filmblock "Wild Grandma" setzen sich die Studentinnen und Studenten der Filmklasse der HBK Braunschweig auf formal wie inhaltlich sehr vielseitige Weise mit der Grammatik der Filmsprache auseinander.

Auch in diesem Jahr ist die Filmklasse der HBK Braunschweig wieder mit einem eigenen Programm beim EMAF vertreten. Unter dem Motto „Wild Grandma“, einer Verballhornung des Festivalmottos „ Wild Grammer “, finden sich 14 Kurzfilme, die auf höchst unterschiedliche Weise mit der Grammatik der Filmsprache spielen. Mal dokumentarisch, mal fiktional und narrativ, oder einfach auch „nur“ experimentell beweisen die Studentinnen und Studenten des Filmemachers, Videokünstlers und Professors Michael Brynntrup in ihren Werken eine enorme inhaltliche wie formale Bandbreite.

So stellt sich gleich zu Beginn Vitalii Shupliak die filmisch verspielt und mit simplen Mitteln umgesetzte Frage, ob sich die Geraden einer Parallele treffen können, obwohl sie sich nicht schneiden. Und Frederic Klamt geht in seinem Beitrag „CMB (Kosmische Mikrowellenhintergrundstrahlung)“ dem analogen Flimmern und Rauschen auf die Spur, das als Beleg für die Urknalltheorie gilt.

Ernsthafter und hintergründiger wirken drei längere Beiträge. Dazu gehören Atiye Noreen Lax' Beitrag „Open Cage, Tied Dove“ über den bürokratischen Wahnsinn, der hinter einer internationalen Eheschließung lauert sowie Lerik Romaschenkos Stummfilm „Me gusta bailar en la calle por la noche“, der gleich zu Beginn davor warnt, dass „Überlebende sexualisierter Gewalt“ durch den Film getriggert werden könnten. Takashi Kunimotos Suche nach dem Obdachlosen „Robert“, den er mehrere Sommer mit seiner Kamera beobachtet hat und der nun verschwunden ist, setzt einen gelungenen Schlusspunkt hinter diesen vielseitigen wie interessanten Einblick in die Schaffenskraft jüngerer Filmkünstler.

„Wild Grandma“: Freitag, Lagerhalle, 16 Uhr.