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Was Drogeriemärkte und Parfümerien sagen Kunden fragen nicht nach Mikroplastik

Von Dr. Stefanie Adomeit | 12.07.2017, 19:41 Uhr

Das Thema Mikroplastik ist auf, aber noch nicht in den Köpfen der Kunden angekommen. Das zeigt unsere Umfrage in Drogerien und Parfümerien der Region.

Gabriele Rembiok leitet ein Ihr-Platz-Geschäft in der Bad Rothenfelder Salinenstraße. Ihre Beobachtung: „Unsere Kunden kaufen Bio-Kosmetik nicht wegen dem nicht enthaltenen Mikroplastik, sondern eher wegen Allergien.“ Der Verkauf im Bio-Sektor sei mit einem Anteil von 15 bis 20 Prozent schon „sehr gut“. Nach Mikroplastik frage aber niemand gezielt.

Inhaberin dreier Parfümerien in Dissen, Bad Rothenfelde und Versmold ist Andrea Reinking. „Nach Mikroplastik wird ganz selten gefragt“, erzählt sie. Auch wenn sich Kunden für Natur- und Biokosmetik interessierten, spiele die Frage nach Kunststoff oder kein Kunststoff in Creme und Foundation kaum eine Rolle.

Flüssiges Mikroplastik

 Ohnehin sei das Problem Mikroplastik ihrer Ansicht nach kaum eines mehr: „Die Kosmetikfirmen haben ihre Rezepturen umgestellt. In den Produkten ist kaum noch etwas drin“, meint Reinking.

Zu den Branchenriesen mit zahlreichen Filialen im Osnabrücker Land gehören Rossmann und dm. An Mikroplastik gebe es kein besonderes Interesse, berichtet Rossmann-Pressereferentin Vivian Thürnau. „Verstärkte Nachfragen sind uns nicht bekannt.“ Alle Rossmann-Eigenmarken würden ohne festes Mikroplastik angeboten, mit der flüssigen Variante „setzen wir uns auseinander und erarbeiten zusammen mit externen wissenschaftlichen Beratern und unseren Lieferanten Alternativen für betroffene Produkte, um auch hier unserer Philosophie, die Umwelt nicht weiter zu beeinträchtigen, nachzukommen“, so Thürnau.

Absatz an Biokosmetik steigt

Die Absätze der zertifizierten Bioprodukte aus Rossmann-Produktion stiegen seit Jahren kontinuierlich, aber nicht überproportional, seitdem das Thema Mikroplastik diskutiert werde.

Ähnlich äußert sich Kerstin Erbe, Geschäftsführerin und verantwortlich für das Produktmanagement bei dm: „Unsere Mitarbeiter in den Osnabrücker dm-Märkten erhalten wenige Rückfragen zum Thema Mikroplastik. Wenn Kunden explizit danach fragen, beraten wir sie gerne und verweisen auf Produkte in unserem dm-Sortiment, die keine Kunststoff-Mikropartikel enthalten.“ Da bei zertifizierter Naturkosmetik keine Inhaltsstoffe auf Mineralöl-Basis zugelassen sind, sei die dm-Eigenmarke Alverde-Naturkosmetik nicht von der Thematik betroffen.

Auf der Suche nach Alternativen

Alle dm-Eigenmarken seien seit 2014 frei von festem Mikroplastik. Wasserlösliche Stoffe, also synthetische Polymere, würden weiterhin als Verdickungsmittel Shampoos und Duschgelen beigesetzt. Ihnen werde „die Eigenschaft zugesprochen, „Kläranlagen nicht zu passieren. Um mögliche Umwelteinflüsse von einzelnen synthetischen Polymeren frühzeitig zu erkennen, stehen wir im aktiven Austausch mit unseren Lieferanten und externen Experten. Sobald uns alle relevanten Erkenntnisse vorliegen, werden die Lösungsmöglichkeiten sorgfältig geprüft und sinnvolle Alternativen eingesetzt“, verspricht die Produktmanagerin.