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Wallfahrt für mehr als 100 Seniorenheimbewohner Mit Rollstuhl und Rollator auf Pilgerreise nach Kloster Oesede

Von Heike Dierks | 03.06.2011, 16:13 Uhr

Osnabrück/Georgsmarienhütte. Mehr als 100 Bewohner dreier Seniorenheime der St. Elisabeth Pflege GmbH haben sich jetzt auf eine Wallfahrt mit Ausflugscharakter begeben. Mit drei Bussen und mehreren Rollstuhltaxen reiste die Osnabrücker Delegation vormittags nach Kloster Oesede, um in der Klosterkirche St. Johann eine Messe zu verfolgen.

„Ich bin früher jedes Jahr auf Telgter Wallfahrt gegangen und freue mich, dass ich auch heute noch an einer Wallfahrt teilnehmen kann“, sagte die 84-jährige Irmgard Küster. Die Messe in Kloster Oesede leiteten Pastor Klaus Eickhorst, Hausgeistlicher im Paulusheim, und drei Pfarrer im Ruhestand ausschließlich für die Wallfahrer. „Wir haben extra Hefte mit Liedern vorbereitet, die die Senioren, auch die Demenzkranken, von früher noch kennen“, erklärte Stephan Selke, Koordinator für Soziale Betreuung im Paulusheim und Organisator der Pilgerreise. Überdies gab es Erklärungen zur Kirche und der bekannten Marienstatue mit dem Gnadenbild „Maria im Kindbett“. Die Darstellung der Muttergottes mit Jesus soll einer Legende nach ein Geschenk der heiligen Elisabeth, Namenspatronin des Pflegedienstes, an das Benediktinerinnenkloster gewesen sein.

Im Anschluss an den Gottesdienst wurde auf dem Kirchvorplatz gespeist. Jedoch nicht etwa im Restaurant: Ein Team um Küchenleiter Andreas Schowe hatte das Mittagessen im Paulusheim vorbereitet und dann nach Kloster Oesede gefahren. Tische und Stühle wurden zu einer langen Tafel aufgebaut. Am späten Mittag wurden die Senioren dann wieder zurück nach Osnabrück gefahren.

Rund 120 Bewohner zwischen 80 und 98 Jahren aus dem Altenpflegeheim St. Clara, dem Seniorenzentrum St. Franziskus und dem Paulusheim hatten sich für die Tour angemeldet. Viele von ihnen waren früher regelmäßige Wallfahrer. „Wir haben alle mitgenommen, die mitfahren wollten“, erläuterte Selke. Das bedeutete wegen der eingeschränkten Mobilität vieler Senioren einigen organisatorischen Aufwand. Für die 15 permanenten Rollstuhlfahrer wurden spezielle Taxen geordert, absenkbare Busse nahmen die übrigen Wallfahrer mit ihren Gehstöcken und Rollatoren auf. 20 Begleiter halfen beim jeweils rund 25-minütigen Ein- und Ausstieg. „Das war eine spannende Angelegenheit“, meinte Selke.

„Die Fahrt hat das Gemeinschaftsgefühl gestärkt“, ist der Hauptorganisator überzeugt. Man habe versucht, für die Altenheimbewohner von früheren Pilgerreisen bekannte Strukturen aufzugreifen, doch der Sinn einer klassischen Wallfahrt sei um Ausflugselemente ergänzt worden. Die Heime hatten bereits in den vergangenen Jahren zwei gut angenommene Wallfahrten nach Rieste und Vinnenberg organisiert.