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Votum des Kreistags Vorerst keine weitere IGS im Landkreis Osnabrück

Von Jean-Charles Fays | 16.12.2015, 14:15 Uhr

Der Landkreis Osnabrück wird vorerst keine weitere IGS einrichten.

Der Kreistag folgte der Beschlussempfehlung des Bildungsausschusses und votierte bei einer Enthaltung einstimmig dafür, im Osten des Landkreises zum jetzigen Zeitpunkt keine Integrierte Gesamtschule einzurichten. Für die Region Süd legte die Verwaltung lediglich eine 86-seitige Orientierungsvorlage vor. Die Kreisverwaltung begründet das damit, dass die finanziellen Rahmenbedingungen noch nicht geklärt sind. Zudem sollen die Standortalternativen Georgsmarienhütte, Bad Iburg und Dissen in der Region Süd erst noch mit der Politik vor Ort, mit den Eltern- und Schülerräten sowie mit den Schulleitungen diskutiert werden, bevor der Kreistag eine Entscheidung zur Einrichtung der ersten IGS im Süden des Landkreises fällt. Faktisch heißt das aber, dass zumindest vor 2017 keine weitere Integrierte Gesamtschule im Landkreis Osnabrück eingerichtet wird.

CDU: „Wir haben das Tempo aus dem Spiel genommen“

Der bildungspolitische Sprecher der CDU/FDP/UWG-Gruppe, Christoph Ruthemeyer, kommentierte: „Wir haben das Tempo aus dem Spiel genommen, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren.“ Er bat die Verwaltung darum, weitere Fakten insbesondere in Bezug auf die finanziellen Rahmenbedingungen zu ermitteln und Vorschläge zum weiteren Verfahren zu machen.

SPD: Wie soll eine weitere IGS im Landkreis finanziert werden?

Der Vorsitzende des Bildungsausschusses, Volker Theo Eggeling (SPD), wies wie auch Ruthemeyer darauf hin, dass die Gemeinde Fürstenau einen Antrag zur Übergabe der IGS Fürstenau an den Landkreis gestellt hat. Daher sei die Frage zu klären, wie die Finanzierung einer weiteren IGS im Landkreis erfolgen soll, wenn der Landkreis ohnehin auch noch die Kosten für die Trägerschaft der IGS Fürstenau übernehmen müsse. Deshalb appellierte auch Eggeling an die Kreisverwaltung, vor einer Entscheidung wichtige Informationen bezüglich des finanziellen Rahmens einer etwaigen weiteren IGS einzuholen.

Grüne: „Regionale Bildungskonzepte statt Einzelfallentscheidungen“

Die bildungspolitische Sprecherin der Grünen, Ursula Thöle Ehlhardt, forderte regionale Bildungskonzepte statt Einzelfallentscheidungen, um „den Bedarfen vor Ort gerecht zu werden“.

Linke: „Wir brauchen Integrierte Gesamtschulen flächendeckend“

Der Kreistagsabgeordnete der Linken, Andreas Maurer, hätte sich mehr Mut von den anderen Fraktionen, aber insbesondere der SPD, gewünscht. „Wir können diesen Prozess nicht mehr aufhalten. Wir brauchen diese Schulen flächendeckend“, forderte Maurer.