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Vorverkauf startet Erster Osnabrück-Auftritt der Einstürzenden Neubauten seit 1991

Von Tom Bullmann, Tom Bullmann | 08.06.2016, 20:21 Uhr

Noch bevor der Vorverkauf für das Konzert der Einstürzenden Neubauten in der Hamburger Elbphilharmonie startet, kann man ab Donnerstag, 9. Juni, Tickets für das Gastspiel der Kulttruppe am 18. Januar 2017 in Osnabrück kaufen.

Es war am Donnerstag, 23. Mai 1991: Die Osnabrücker Stadthalle erzitterte unter dem martialischen Lärm der Einstürzenden Neubauten im Europasaal. Mit allerlei schwerem Gerät erzeugten die Berliner Klangberserker ihre radikale Kunstmusik. Das Gastspiel fand im Rahmen der KlangArt statt, einem Festival für elektronische Musik, das die Grenzen neuer Musik auslotete. Neben Koryphäen wie Karlheinz Stockhausen und John Cale waren auch die Neubauten zur ersten Ausgabe des ambitionierten Festivals eingeladen worden.

Vorzeitiges Konzertende 1991

Jan Jansen war damals 17 Jahre alt. Er erlebte das Konzert voller Begeisterung, allerdings hatte er das Gefühl, dass die Musiker früher als geplant die Bühne verließen. Heute ist Jan Jansen Leiter der Osnabrückhalle, wie die Stadthalle heute heißt. „Ich habe mich um einen Auftritt der Einstürzenden Neubauten bemüht, damit die Band ihr Werk in Osnabrück vollenden kann“, sagt er mit humorvollem Unterton. Auf ein vorzeitiges Ende des Gastspiels vor 25 Jahren angesprochen erklärt Professor Bernd Enders, Initiator der KlangArt: „Ich habe nur gehört, dass die Band nicht alle Maschinen einsetzen konnte, vielleicht aus brandschutztechnischen Gründen.“

Besonderes Geschenk für Fans

Als besonderes Geschenk für alle Fans, die die Neubauten 1991 in Osnabrück gesehen haben, hat sich Jansen ein besonderes Bonbon ausgedacht: Jeder, der noch im Besitz seines Original-KlangArt-Tickets (Einzelticket für die Einstürzenden Neubauten, kein Festivalpass) ist, darf das Konzert in der Osnabrückhalle im Januar nächsten Jahres umsonst besuchen.

Aktuelles Album „Lament“

Das Programm, das Blixa Bargeld, N. U. Unruh und Alexander Hacke als Urmitglieder sowie Jochen Arbeit und Rudolf Moser (seit 1997 dabei) darbieten werden, nennt sich „Greatest Hits“. Es handelt sich eine Mixtur von Stücken aus allen Epochen der 36-jährigen Bandhistorie. So wird sicherlich auch das eine oder andere Stück von dem letzten Album „Lament“ auf der Setlist stehen, einem intensiven Statement gegen den Krieg, das als „Rekonstruktion einer Liveperformance“ einfach auf die Bühne gehört.