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Vorfall in Osnabrück Gleichstellungsbeauftragte verurteilt Schwulen-Rauswurf aus Kneipe

Von Jörg Sanders | 06.06.2017, 12:41 Uhr

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Katja Weber-Khan, verurteilt den Rauswurf homosexueller Männer aus einer Osnabrücker Kneipe. Die Wortwahl des Wirts sei „verachtenswert und überholt“.

Es bestürze sie, „dass wir in unserer Bevölkerung Menschen haben, für die Homosexuelle ‚keine normalen Menschen‘ sind, wird Weber-Khan in einer Mitteilung der Stadt zitiert. Solche Aussagen würden zeigen, dass in der Stadt weiterhin gegen „veraltete Rollenbilder, Stigmatisierungen und Diskriminierungen“ angekämpft werden müsse.

Rauswurf nach Kuss

 Der Kneipier einer Gaststätte in der Johannisstraße hatte in der Nacht zum 20. Mai vier Männer aus seiner Gaststätte geworfen. Zwei von ihnen hatten sich zuvor geküsst, was dem Wirt missfiel. „Was die in ihrem Leben machen, ist mir scheißegal, aber nicht in meinem Laden“, hatte er unserer Redaktion gesagt. Schwule seien zwar willkommen, aber nur, wenn sie ihre Sexualität nicht öffentlich machten. Der Wirt bezeichnete die Männer als „nicht normal“. Mit dem Rauswurf hatte er offenbar gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verstoßen. 

Koordinationsstelle nimmt Arbeit auf

Die Stadt teilte mit, in Kürze werde die „Koordinationsstelle Antidiskriminierung“ offiziell ihre Arbeit aufnehmen. Sie kümmert sich um Verstöße gegen das das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Betroffene können sich dann im städtischen Gleichstellungsbüro in der Bierstraße melden.

Auch die Osnabrücker Grünen hatten den Wirt bereits scharf für sein Verhalten kritisiert und gefordert, den Vorfall zu ahnden. 

Angriff mit Schlagstock

Die Polizei wird nun in dem Fall ermitteln müssen, denn der Aussage eines Gastes zufolge habe ihn der Wirt mit einem Schlagstock angegriffen. Der Kneipier bestreitet das. Die Polizei appelliert daher an die Beteiligten, sich zu melden.