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Von Modesünden und dem Dieter Osnabrück: Thomas Anders glänzt als Bohlen-Imitator

Von Michael Schiffbänker | 26.09.2011, 19:59 Uhr

In den 80er Jahren war er die schmalere Hälfte des Musikduos Modern Talking, heute ist er ein in Russland gefeierter Solokünstler. Am Montagabend hat Thomas Anders als Gast der Neuen OZ aus seinem Buch „100 Prozent Anders“ vorgelesen und klargestellt, dass es einen Rücktritt vom Rücktritt für Modern Talking nicht geben wird.

Auf den Menschen Thomas Anders seien sie gespannt, sagten einige der 250 Gäste vor der 2,5-stündigen Veranstaltung im Cinema-Arthouse. Viele von ihnen hatten wohl immer noch das Bild des Lipgloss tragenden Hänflings mit der goldenen Nora-Kette an der Seite von Dieter Bohlen vor Augen. Sie bekamen einen entspannten Endvierziger, der sich selbst und seine früheren Musikvideos augenzwinkernd auf die Schippe nahm.

Zwischendurch glänzte Anders als Bohlen-Imitator, witzelte mit Moderator Stefan Alberti über die Frisurenmode vergangener Jahrzehnte und sprach über den Erfolg seiner aktuellen Musikvideos in Russland. Den meisten Applaus erntete Anders jedoch für die Passagen aus seiner Autobiographie, die er vortrug. Denn die Texte waren ebenso wie sein Auftritt: Sie klangen authentisch und waren oft pointiert und witzig geschrieben.

Nach dem Vortrag gab Anders im Foyer Autogramme und die Gäste debattierten in kleinen Gruppen vor dem Kino, wer denn nun authentischer sei – der Anders oder der Bohlen. Das Ergebnis dieser Gespräche war eindeutig und für Dieter Bohlen nicht eben schmeichelhaft.