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„Von Kohle und Kulissen“ Junge Filmer unterwegs

Von Tom Bullmann | 29.08.2014, 19:46 Uhr

Starke Schauplätze für selbst ausgedachte Filmszenen suchten sich 17 junge Leute zwischen zehn und 14 Jahren am Piesberg. Im Rahmen des Ferienpass-Programms nahmen sie an der Aktion „Von Kohle und Kulissen“ teil. Die Ergebnisse werden heute präsentiert.

„Uns war es im Stollen zu gruselig, daher sind wir in den Garten des Museums gegangen und haben alte Omas gespielt.“ Leticia Glapa erzählt, wie sie draußen ein Picknick gemimt haben, bei dem die Teilnehmer immer älter wurden: „Erst haben wir Kinder gespielt, dann Erwachsene, schließlich alte Menschen“, sagt die Elfjährige, die sich per Rolle in verschiedene Generationen hineinversetzt hat.

Andere haben sich vor laufender Kamera Taekwondo-Schaukämpfe geliefert oder im Haseschachtgebäude schauerliche Mördergeschichten dargestellt.

„Zielsetzung war es, den Kids das Museum einmal aus anderer Perspektive, vor allem aktiv näherzubringen“, erklärt Kursleiterin Elisabeth Lumme. Zusammen mit dem Medienexperten Bernd Sieker hat sie die Teilnehmer auf den Workshop eingestimmt, mit ihnen Themen für Videosequenzen gesammelt, schließlich arbeiteten sie vor Ort im Piesberger Gesellschaftshaus, im Haseschachtgebäude des Museums Industriekultur und unter Tage im Hasestollen. Eine Woche dauerte die Aktion.

Schon beim Ideensammeln am Montag hatten die Mädchen den Wunsch geäußert, etwas mit Tanz machen zu können. Gut, dass Dance-Coach Jamie Lycett Zeit hatte, um mit ihnen ein paar Choreografien einzustudieren. Pauline Emilia Liess ist total begeistert: „Wir haben draußen bei der alten Steinbrecheranlage getanzt. Das war super, ich habe mich in meinen Bewegungen viel freier gefühlt als beispielsweise auf der Bühne des Piesberger Gesellschaftshauses, auf der wir vorher geprobt haben“, erklärt die Zehnjährige.

Durch ein Graffiti waren sie darüber hinaus am Wallenhorster Jugendzentrum JAB 2 auf die Idee gekommen, eine Art Fernsehspot gegen Alkohol am Steuer zu drehen. Pauline Emilia: „Da war eine Bar, so richtig mit Bedienung. Die Frau hat uns Apfelschorle serviert, als wäre es Bier – bis wir betrunken waren. Dann sind wir in das gesprühte Auto geklettert und sind weggefahren“, erinnert sie sich. Diese neuen Erfahrungen mit Lerneffekt standen nicht auf dem Stundenplan.

Derweil berichtet der elfjährige Erik Burs von seinen Erfahrungen als Trickfilmer: Mit der Stop-Motion-Technik, bei der aus einzelnen Aufnahmen ein bewegter Film entsteht, dokumentierten Hannah, er und seine Schwester Greta den Backvorgang eines Muffins: „Der ist irgendwie nichts geworden, aber der Film ist bestimmt klasse“, ist Greta überzeugt.

Am Donnerstag galt es, im Medienzentrum aus dem vorliegenden Material richtige Videoclips zu schneiden, und gestern wurde eine sogenannte „Museobilbox“ angefertigt, die dazu dient, Außenstehenden zu vermitteln, welche kreativen Ideen verwirklicht wurden.

Zur Finanzierung des Projekts hatte Lumme den Bundesverband Museumspädagogik und das Bundesministerium für Bildung und Forschung ins Boot geholt, außerdem waren das Ruller Haus , der Kinder- und Jugendtreff Haste sowie das Jugendzentrum Wallenhorst JAB 2 maßgeblich an dem Ferienpass-Workshop beteiligt.

Die öffentliche Präsentation der Ergebnisse findet Samstag um 16 Uhr im Museum Industriekultur statt.