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Von ängstlichen Hunden und glücklichen Menschen Ein heißer Sommertag in Osnabrück: Impressionen

19.07.2014, 19:43 Uhr

jze Osnabrück. Die Sonne scheint erbarmungslos vom Himmel. Ringsherum erfrischen sich die Menschen mit kalten Getränken oder sind mit einem Eis in der Hand auf der Suche nach einem schattigen Plätzchen. Bloß eine junge Dame zögert noch und tastet sich nur langsam an das erlösende Wasser des Brunnens am Nikolaizentrum heran. Eine Pfote nach dem kühlen Nass hat Lucy bereits ausgestreckt und zieht sie doch im letzten Moment wieder zurück. „Sie wurde vor kurzem von einem Golden Retriever ins Wasser geschubst und ist seitdem traumatisiert“, erklärte Frauchen Ines Bitterli, ehe sie ihrer Hündin liebevoll über den Kopf streichelt.

Trotz der rekordverdächtigen Temperaturen haben sie und ihr Mann Michael die einstündige Fahrt von Gronau auf sich genommen, um in Osnabrück zu shoppen. „Da unsere Kinder heute in einem Freizeitpark sind, wollen wir uns einen schönen Tag zu zweit machen“, sagte sie. Auch die schweißtreibende Autofahrt konnte das Pärchen nicht von ihrer Tour abhalten. „Dafür gönnen wir uns nachher schließlich ein großes Eis“, so Ehemann Michael.

Gleich eine ganze Flasche Wasser hatte sich Timothy Firth aus Cornwall in einem Café bestellt. Er wird in den kommenden Tagen zu einem zweiwöchigen Fußmarsch nach Amsterdam aufbrechen. „Ich bereise im Rahmen meines Projektes „The Saffron Run“ die ganze Welt und stelle Impressionen von meinen Erlebnissen ins Internet, um Spenden für Parkinsonkranke zu sammeln“, erläuterte der Brite. Gegen die Hitze wappnet er sich mit Getränken und einem großen Hut.

Auf dem Wochenmarkt herrschte vor allem an den Obstständen reger Betrieb. „Bei diesen Bedingungen kaufen die Menschen am liebsten saftiges Obst, wie Kirschen oder Nektarinen“, berichtete Händler Bayram Yesil. Eine Wassermelone für sich und seine Familie kaufte Holger Meyer. „Damit lässt sich die Wärme ein bisschen besser ertragen“, begründete der Vater seinen Kauf. Beschweren wollte er sich über das gute Wetter aber nicht: „Wir werden heute noch mit unseren Töchtern eine Radtour durch den Wald unternehmen, wo es etwas kühler ist, und anschließend bei uns zuhause in den Pool springen.“

Auch geheiratet wurde bei dem heißen Wetter, wobei vor allem die Männer in ihrer Hochzeitsmontur unter den hohen Temperaturen zu leiden hatten. „Ich hatte gehofft, dass es ein bisschen kühler werden würde, aber ich bereue natürlich nichts“, scherzte Bräutigam Sebastian Brandt. Nur gut, dass vor der Stadtwaage auf ihn und seine Frau Stephanie ein Cabriolet der Marke Cadillac aus dem Jahr 1960 wartete, in dem sie nach der Trauung eine frische Brise genießen konnten.

Einen Grund zum Feiern besaß auch Maxine Reinkemeier. Sie hat vor wenigen Tagen ihr Abitur bestanden und wollte bei der Hitze eigentlich gar nicht in die Stadt. „Heute Abend findet aber unser Abiball statt, und dafür brauche ich noch das passende Make-Up“, sagte die 17-Jährige. Nicht vom Schul-, sondern vom Unistress erholte sich Anne Kleibrink im Schlossgarten. „Mein Balkon zeigt leider zur Nordseite. Daher habe ich mich hier ein bisschen in die Sonne gelegt, um zu entspannen“, meinte die Biologiestudentin. Und einen Tipp für eine Abkühlung hatte sie auch parat: „An den Fontänen der Brunnen kann man sich gut erfrischen.“