Ein Artikel der Redaktion Neue Osnabrücker ZeitungLogo Neue Osnabrücker Zeitung

Vom Wert der Wertpapiere Osnabrücker Studenten gründen Börsenverein

19.09.2011, 13:37 Uhr

„Die Finanzwelt ist eine eigene Welt, die jedem unbegreiflich erscheint, der nicht Teil von ihr war oder ist.“ Mit diesem Zitat des Philosophen und Fondsmanagers Georg von Wallwitz leiten die Studenten ihre Erklärung zur Gründung eines Akademischen Börsen- und Investmentvereins der Hochschulen Osnabrück ein. Darauf legen die Studenten Wert: „Unser Verein richtet sich auch an Neulinge, die bislang mit der Finanzwelt noch gar nichts zu tun hatten“, sagt Benjamin Bischoff. Der Verein soll helfen, den Kosmos der Finanzwelt besser zu durchschauen, oder – um es mit von Wallwitz zu sagen – begreiflich zu machen.

Benjamin Bischoff ist die Materie nicht ganz neu. Der 23-jährige Student der Internationalen Betriebswirtschaftslehre hat vor seinem Studium bereits eine Ausbildung zum Bankkaufmann absolviert, und ja: Er besitzt auch einige Wertpapiere, und ja, er hat auch den Film „Wall Street“ gesehen, auch den zweiten Teil – wobei der erste natürlich besser ist.

Auf die Idee, einen Börsenverein für Studenten der Hochschule und der Uni zu gründen, kam er durch Gespräche mit seinem Kommilitonen Gordon Dippert. Mit ihm teilt er die Begeisterung für die Börse.

„In größeren Städten wie Hannover oder Hamburg gibt es solche Vereine bereits“, sagt Bischoff. Warum nicht auch in Osnabrück? Also machten sich die Studenten auf die Suche nach Gleichgesinnten, Sponsoren aus der Region und Professoren, die sie unterstützen. Die haben sie auch gefunden: Die Finanzexperten und Professoren Torsten Arnsfeld, Peter Seppelfricke (beide Hochschule Osnabrück) und Peter Grundke (Universität Osnabrück) beraten die Studenten bei der Organisation von Vorträgen und Exkursionen.

Die erste Exkursion ist bereits geplant und führt – wie könnte es anders sein? – nach Frankfurt. Denn wer sich irgendwie für die Themen Börse und Investment interessiert, sollte einmal vor Ort gewesen sein.

Außerdem möchte der Verein am Börsenspiel auf der Plattform der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ teilnehmen. Hier können die Mitglieder quasi „Börse spielen“, aber mit fiktivem Geld.

Schließlich möchten die Studenten ihren Mitgliedern noch über den Bundesverband der Börsenvereine an deutschen Hochschulen (BVH) anbieten, einen Börsenführerschein abzulegen. Dafür müssen sie vier Kurse über den Kapitalmarkt, Aktien, Renten, Fonds, Zertifikate und Anlagephilosophien durchlaufen. Anschließend gibt es eine Prüfung, und wer die besteht, erhält ein Zertifikat. Den Semesterbeitrag für die Mitgliedschaft haben die Vereinsgründer zunächst auf monatlich rund 2 Euro für Studenten und 3 Euro für Nichtstudenten festgelegt.

Ob er denn auch selbst an der Börse schon einmal Geld verloren habe? „Darüber redet man nicht...“, weicht Bischoff lächelnd aus und möchte auch keine Gewähr für Anlegetipps geben. Wirklich Sorgen macht er sich bei der derzeitigen Krise aber nicht um sein Geld. „Man kann ja auch mit fallenden Kursen Geld verdienen.“ Mehr Informationen und Kontakt zum Börsenverein gibt es im Internet unter abiv-os.jimdo.com

Informationen und Kontakt unter abiv-os.jimdo.com