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Vollgelaufene Keller und Blitzeinschläge Unwetter in der Region: 170 Feuerwehreinsätze in der Nacht

24.06.2016, 03:04 Uhr

jar/johl/dpa/chl Osnabrück. Ein heftiges Unwetter hat in der Nacht zu Freitag große Schäden in Stadt und Landkreis Osnabrück, im Emsland und im Nordosten von NRW verursacht. Eine erste Bilanz.

Nach Polizeiangaben sorgte das Unwetter in Stadt und Landkreis Osnabrück bis 22:15 Uhr für 33 Einsätze der Polizei und circa 170 Feuerwehreinsätze. Überwiegend mussten die Einsatzkräfte wegen aufgetriebener Gullideckel, umgestürzter Bäume und Überschwemmungen der Fahrbahn ausrücken. Betroffen waren auch Teilstücke (bei den Abfahrten Nahne, Sutthausen, Fledder) der A30 und 33. Zurzeit ist die B 68 Stadtgebiet Bramsche voll gesperrt. Personen kamen nach bisherigen Erkenntnissen nicht zu Schaden. Der Schwerpunkt des Unwetters lag in Bramsche. Dort verzeichnete die Feuerwehr bis 23.30 Uhr rund 50 Einsätze.

Nach Angaben der Regionalleitstelle der Feuerwehr Osnabrück schlug direkt in ein Gebäude gegenüber der Feuerwache an der Nonnenburger Straße ein Blitz ein, der zum Glück aber keine Schäden verursachte.

Chaos am Bahnhof Osnabrück

Am Osnabrücker Hauptbahnhof sorgte das Unwetter für Chaos. Wie eine Bahnsprecherin in Berlin gegen 0:50 Uhr erklärte, ist die Bahnstrecke zwischen Osnabrück und Münster gesperrt gewesen. Von 19.40 Uhr an zunächst einspurig, von 21.25 Uhr an auch zweispurig. Grund waren zwei Blitzeinschläge. Ein Blitz traf das Stellwerk in Lengerich. Ein zweiter schlug in der Nähe des Bahnhofs in Münster ein. Es wurde Busse als Ersatz eingesetzt. Manche gestrandeten Bahnreisende nahmen auch ein Taxi. Der Morgenverkehr dürfte aber wieder planmäßig laufen, sagte die Bahnsprecherin.

Schützenfestzelt unter Wasser

In Hagen stand das Schützenfestzelt im Wiesental unter Wasser. Nach Angaben von Hagens Bürgermeister Peter Gausmann stellt die Straße Am Dillbach die größte Problemlage dar. Hier war die Feuerwehr schwerpunktmäßig im Einsatz. Laut Hagens Ortsbrandmeister Heijo Wöhrmann sei man in der Kirschgemeinde relativ glimpflich davongekommen bisher. Am Dillbach musste eine Frau aus einem überfluteten Gebäude herausbegleitet werden. Mehrere Straßen stehen zum Teil unter Wasser. Vollgelaufene Keller sind der Feuerwehr bisher nicht gemeldet worden. „Es ist keine Einsatzlage für die Feuerwehr“, so Wöhrmann.

Auch im Emsland gab es Gewitter

Auf dem Hümmling herrschte Chaos: Laut Feuerwehr regnete es in Strömen, zahlreiche Keller sind vollgelaufen, Straßen überflutet und Bäume umgestürzt. Immer wieder lösen auch Brandmeldeanlage aus. Die Rettungskräfte waren im Dauereinsatz.

Am Vorabend des für den 24. und 25. Juni geplanten Abifestivals in Lingen zog das schweres Unwetter über das Gelände des Open-Air-Konzertes hinweg. Die Organisatoren raten allen, die das Festival besuchen wollen, sich über soziale Netzwerke über den aktuellen Stand zu informieren.

Schäden im Nordosten von NRW

Im Kreis Steinfurt, besonders in Lienen, gab es weitere Gewitterschäden. Ein Polizeisprecher berichtete von Straßen, die unter Wasser standen, von Gullydeckeln, die hochschossen und von Bäumen, die entwurzelt wurden. Ein Baum stürzte in Lienen auf ein vorbeifahrendes Auto, dessen Fahrer oder Fahrerin verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert wurde. Vor allem der östliche Teil des Kreises Steinfurt sei betroffen.

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