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Vier Mandate laut Prognose Wer vertritt Stadt und Kreis Osnabrück im neuen Bundestag?

Von Jean-Charles Fays | 11.09.2017, 14:55 Uhr

Ein Ergebnis gibt es natürlich erst bei der Wahl am 24. September, doch wenn die aktuellen Prognosen zutreffen sollten, werden Stadt und Landkreis Osnabrück künftig mit vier statt bislang drei Politikern im Bundestag vertreten sein. Neu dabei sein wird voraussichtlich Filiz Polat (Grüne).

Die Bramscherin mit den türkischen Wurzeln wird wegen des guten Listenplatzes drei auf der Grünen-Landesliste so gut wie sicher in den Bundestag einziehen.

Polat, Middelberg, Berghegger, Spiering

Weiterhin im Bundestag vertreten sein werden den aktuellen Prognosen zufolge André Berghegger (CDU), Mathias Middelberg (CDU) und Rainer Spiering (SPD). Der Mandatsrechner zur Bundestagswahl ( www.mandatsrechner.de) weist in einem Kooperationsprojekt mit dem Berliner „Tagesspiegel“ auch eine Prognose der Direktmandate aus. Die Prognose, die zu jeder Umfrage angepasst wird, sieht aktuell Middelberg als Gewinner des Direktmandats im Wahlkreis 39 (Osnabrück, Belm, Georgsmarienhütte, Hagen, Hasbergen und Wallenhorst). Im Bundestagwahlkreis Osnabrück-Land holt demzufolge André Berghegger das Direktmandat. Rainer Spiering wird den Berechnungen zufolge über seinen Platz neun der SPD-Landesliste wieder in den Bundestag einziehen. Einer Emnid-Umfrage zwei Wochen vor der Bundestagswahl zufolge liegt die CDU bei 37 Prozent, die SPD bei 24 Prozent, die Linke sowie die AfD jeweils bei neun Prozent, und Grüne sowie FDP jeweils bei acht Prozent.

Wenn die FDP elf Prozentpunkte bekäme

Allerdings berechnet der Mandatsrechner auch, wie viele Politiker aus unserer Region bei anderen Wahrgebnissen in den Bundestag einziehen. Wenn die FDP sogar auf elf Prozentpunkte käme, wäre unsere Region demzufolge sogar mit fünf Bundestagsabgeordneten in Berlin vertreten.Berghegger (Direktmandat), Middelberg (Direktmandat), Spiering (Listenplatz 9), Polat (Listenplatz 3) und dem 33-jährigen Bad Iburger Matthias Seestern-Pauly, der den FDP-Listenplatz 7 bekommen hat. Das Bundestagswahlergebnis müsste für diesen Fall etwa wie folgt ausfallen: CDU: 38 Prozent, SPD: 23 Prozent, Grüne: 8 Prozent, Linke: 7 Prozent, FDP: 11 Prozent, AfD: 9 Prozent

( Weiterlesen: FDP-Kandidat Seestern-Pauly: Ein Listenplatz „mit Perspektive“)

Wenn die AfD zwölf Prozentpunkte bekäme

Wenn die FDP aber weiterhin unter zehn Prozentpunkten bleiben sollte und die AfD auf zwölf Prozentpunkte käme, würde der 54-jährige AfD-Kandidat Waldemar Herdt, der in Neuenkirchen-Vörden unmittelbar an der Kreisgrenze des Osnabrücker Landes zum Südoldenburgischen lebt, in den Bundestag einziehen. Als Direktbewerber im Bundestagswahlkreis Osnabrück-Land hat er natürlich keine Chance, aber da der AfD-Landesverband den ehemaligen Anhänger der Partei Bibeltreuer Christen (PBC) auf Listenplatz 7 setzte, könnte Herdt bei einem Ergebnis von mindestens zwölf Prozentpunkten für die AfD den Sprung in das Parlament an der Spree schaffen. Das Bundestagswahlergebnis müsste für diesen Fall etwa wie folgt ausfallen: CDU: 38 Prozent, SPD: 23 Prozent, Grüne: 8 Prozent, Linke: 6 Prozent, FDP: 7 Prozent, AfD: 12 Prozent

( Weiterlesen: AfD-Kandidat Waldemar Herdt im Porträt)

Wenn FDP elf und AfD zwölf Prozentpunkte bekämen

Bei diesem aktuell natürlich noch unwahrscheinlicheren Wahlergebnis mit zwölf Prozentpunkten für die AfD und elf Prozentpunkten für die FDP könnte die Region Osnabrück sogar auf sechs Bundestagsabgeordnete kommen: Berghegger (Direktmandat), Middelberg (Direktmandat), Spiering (Listenplatz 9), Polat (Listenplatz 3), Matthias Seestern-Pauly (Listenplatz 7) und Waldemar Herdt (Listenplatz 7). Das Bundestagswahlergebnis müsste für diesen Fall etwa wie folgt ausfallen: CDU: 38 Prozent, SPD: 22 Prozent, Grüne: 7 Prozent, Linke: 6 Prozent, FDP: 11 Prozent, AfD: 12 Prozent

Die Osnabrücker SPD-Bundestagskandidatin Antje Schulte-Schoh müsste gegen CDU-Mitbewerber Middelberg das Direktmandat im Wahlkreis 39 (Osnabrück, Belm, Georgsmarienhütte, Hagen, Hasbergen und Wallenhorst) gewinnen, um in den Bundestag einzuziehen, weil sie auf Platz 26 der Landesliste kaum eine Chance hat, ein Mandat zu erringen.

Auch Thomas Thiele (FDP), Günther Westermann (Grüne), Giesela Brandes-Steggewentz im Wahlkreis Stadt Osnabrück und Josef Riepe (Linke) im Wahlkreis Osnabrück-Land haben schlechte Platzierungen auf den jeweiligen Landeslisten bekommen. Daher haben sie kaum Chancen auf ein Bundestagsmandat.

 Hier finden Sie die Kandidaten-Porträts für die Bundestagswahl 2017 für die Stadt Osnabrück – Wahlkreis 39 

 Hier finden Sie die Kandidaten-Porträts zur Bundestagswahl in Osnabrück-Land – Wahlkreis 38