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VfL-U-21 glänzt, aber trifft nicht 0:1–Spielkunst nicht belohnt

Von Martin Heuer | 25.09.2011, 19:38 Uhr

So ungerecht kann Fußball sein. Da erteilten die U-21-Youngster des VfL Osnabrück dem Oberliga-Spitzenteam TuS Heeslingen über 90 Minuten eine Lektion in moderner Taktik und Spielweise, um am Ende doch mit leeren Händen dazustehen. Durch ein Elfmetertor gewannen die Gäste glücklich mit 1:0.

„Daraus müssen wir lernen. In anderen Sportarten gewinnt immer der bessere, aber im Fußball ist das eben nicht so“, predigte VfL-Trainer Joe Enochs seinen Jünglingen nach dem Schlusspfiff im Spielerkreis an der Mittellinie. Es war kein Vorwurf, denn die lilaweißen U-21-Talente hatten vor 120 Fans alles versucht. Aber trotz aller Spielkunst, Ballfertigkeit und Dynamik war den robusten Routiniers aus dem Kreis Rotenburg nicht beizukommen. Die Defizite des Gastgebers: mangelnde Durchschlagskraft und fehlende Cleverness im Abschluss.

Schon vor der Pause hatten der pfeilschnelle Christian Pauli und Solo-Sturmspitze Ismael Budak je zwei klare Möglichkeiten, doch beim Torschuss fehlte die letzte Entschlossenheit. Das Tor des Tages markierten dann die Gäste bezeichnenderweise durch einen Elfmeter. Schiedsrichter Björn Förster zeigte nach einer Rettungstat von VfL-Torwart Nils Zumbeel mit robustem Körperkontakt zu einem Heeslinger auf den Punkt, und TuS-Akteur Lippold ließ sich die Chance nicht entgehen (28.).

Den Vorwärtsdrang der spielstarken Platzherren konnte dieser Dämpfer ebenso wenig bremsen wie der frühe Ausfall von Abwehrchef Stefan Heyken (10./Bänderdehnung), dessen Funktion danach Robin Twyrdy mit viel Umsicht ausfüllte. Mit enormer Spritzigkeit stellten die VfL-Antreiber Ugur Birdir, Edgar Kammerer und Pauli die behäbigen Gäste immer wieder vor Probleme.

Fouls im Minutentakt waren die Folge, doch auch aus ihren zahlreichen Freistößen konnten die Lila-Weißen kein Kapital schlagen. Fast hätte Heeslingens Markaj für VfL-Jubel gesorgt, doch sein Kopfball auf das von Torwart Müller verlassene TuS-Gehäuse klatschte an die Latte (59.). In der Schlussoffensive gegen das kompakte Heeslinger Bollwerk fehlte Pauli (79.) und Kammerer (83.) dann das Glück, sodass die Gäste ihrem Trainer Torsten Gütschow nach dem Schlusspfiff überglücklich in die Arme fielen. „Wir haben gegen einen unterlegenen Gegner keine Lösung gefunden“, teilte Enochs mit, woran es in den kommenden Wochen verstärkt zu arbeiten gilt.

VfL II: Zumbeel - M. Heskamp, Steinkamp, Heyken (10. Twyrdy), Freudenberg (77. Vieira) - Möllers (54. John), J. Wolf - Pauli, Birdir, Kammerer - Budak

Tore: 0:1 Lippold (Foulelfmeter, 28.)