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VfL-Gegner Chemnitzer FC überrascht – Aufsteiger mit ehrgeizigem Stadion-Projekt Heimlich, still und leise…

Von Alfons Batke | 28.09.2011, 17:06 Uhr

Wie auf Samtpfoten schleichen sie durch die Liga. Heimlich, still und leise. Und erfolgreich: Die Fußballer des Chemnitzer FC sind neben denen aus Regensburg die bisherige Überraschung dieser Drittliga-Saison. Der Aufsteiger aus Sachsen, am kommenden Samstag (14 Uhr) zu Gast beim punktgleichen VfL Osnabrück, hat einen Lauf. Mit vier Siegen und einem Unentschieden aus den letzten fünf Spielen kletterten die „Himmelblauen“ auf den sechsten Platz.

Also hat VfL-Trainer Uwe Fuchs recht behalten, als er den Chemnitzern vor Saisonbeginn eine gute Rolle zutraute. Fuchs weiß, dass es sich um eine organisch gewachsene Mannschaft handelt, die Trainer Gerd Schädlich für die 3. Liga punktuell verstärkt hat. Schädlich ist eine Institution im sächsischen Fußball. 1994 führte er den FSV Zwickau, 2003 den FC Erzgebirge Aue in die 2. Liga – bei den „Veilchen“ verbrachte er acht Jahre auf der Trainerbank.

Im Fall Chemnitzer FC war es für Schädlich eine Rückkehr zu den Wurzeln. Im himmelblauen Trikot beendete er 1976 seine aktive Laufbahn, als der Verein noch FC Karl-Marx-Stadt hieß. Ein jähes, ein frühes Ende – Schädlich war gerade erst 25 Jahre alt, als Verletzungen seine Karriere stoppten. Am 1. Juli 2008 schloss sich der Kreis, der heute 58-Jährige unterschrieb in Chemnitz als Trainer. Vorläufiger Höhepunkt seines Schaffens: Am vorletzten Spieltag der Regionalliga-Saison wurde durch einen 1:0-Erfolg ausgerechnet gegen die nicht sonderlich beliebten Rasenballsportler aus Leipzig der Drittliga-Aufstieg perfekt gemacht.

Das soll aber noch nicht alles gewesen sein, in Chemnitz träumen sie mittelfristig von der Rückkehr in die 2. Liga, der sie von 1991 bis 1996 und 1999 bis 2001 angehörten. Um dieses Ziel zu realisieren, muss kräftig in die Infrastruktur investiert werden – will heißen: Eine neue Arena muss her. Das Stadion an der Gellertstraße ist baufällig, der CFC hat eine Ausnahmegenehmigung für den Spielbetrieb vom DFB, die aber zum Ende dieser Saison ausläuft. Am kommenden Mittwoch schlägt die Stunde der Entscheidung: Dann soll der Stadtrat darüber entscheiden, ob das 23-Millionen-Projekt mit kommunaler Unterstützung realisiert werden kann. Immerhin: Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig wissen die „Himmelblauen“ auf ihrer Seite.