Ein Artikel der Redaktion

Vater und Tochter stellen gemeinsam aus Ludwig und Lisa Burandt im BBK-Kunst-Quartier mit Malerei und Zeichnungen

Von Tom Bullmann, Tom Bullmann | 28.06.2018, 20:34 Uhr

Farbintensive Malerei, feine Zeichnungen, vielschichtige Farbholzschnitte und Fotografie im Langzeitbelichtungsmodus präsentieren Lisa und Ludwig Burandt im BBK-Kunst-Quartier.

Osnabrück Wie der Vater, so die Tochter: Wie einst Ludwig Burandt so hat auch Lisa Burandt an der Universität Osnabrück das Fach Kunst/Kunstpädagogik studiert.

Beide sind künstlerisch produktiv. Also lag die Idee nahe, eine gemeinsame Ausstellung zu organisieren. „Farbe und Licht“ lautet der Titel der Bilderschau, die jetzt im BBK-Kunst-Quartier gezeigt wird.

Viele Skizzen

Beide Künstler arbeiten explizit mit beiden Komponenten, die es möglich machen, die Betrachtung nicht gegenständlicher Kunst zu einem sinnlichen Vergnügen werden zu lassen. Rein gestisch könnte die Malerei Ludwig Burandts sein. Jedenfalls vermitteln die farbintensiven, oft schraffierten Flächen diesen Eindruck – der täuscht. Kalkül steckt hinter diesen Werken. Burandt fertigt sogar Skizzen an, um die mit „Plan“ oder „Aufbruch“ betitelten Arbeiten realisieren zu können.

Gratwanderung zwischen Gegenstand und Abstraktion

Dann untermalt er die Leinwand mit Temperafarbe, die zum Teil sichtbar bleibt, obwohl der Osnabrücker schließlich zur Ölfarbe greift, um diese vielschichtigen, mit einer frappierenden Tiefenwirkung ausgestatteten Farbexplosionen zu komponieren. Reduzierter verfährt er bei seinen Filzschreiber-Zeichnungen. Die sind schwarz-weiß und leben vom Objekt. Da findet man Steine, zusammengeknülltes Papier, Bierdosen, Dinge des Alltags, die man nicht wirklich braucht. Ihnen schenkt Brandt seine Aufmerksamkeit und wertet sie so auf. Andere Techniken setzt Lisa Burandt ein . Mit ihren Farbholzschnitten begibt sie sich auf eine Gratwanderung zwischen Gegenstand und Abstraktion. Zunächst druckt sie zwei Farben, damit ein filigraner, nervöser Grund entsteht.

Fantasie anregend

Dann deckt sie dieses Fundament in einem zweiten Arbeitsschritt mit monochromen, lasierenden und nicht flächendeckenden Farbschichten ab, sodass bestimmte Partien des Untergrunds klar sichtbar sind, andere nur durchscheinen. So lassen sich zum Teil Figuren erkennen, vielleicht Tiere, vielleicht Gegenstände. Die Fantasie ist animiert. Abgerundet wird die Ausstellung mit einer Fotoserie, die den Titel „Malerische Landschaft“ trägt. Dafür ging Lisa Burandt in der Region Osnabrück in die Natur und fotografierte per Langzeitbelichtung Bäume, die durch diesen Trick ein intensives und natürlich sehr unscharfes Eigenleben auf dem Fotopapier entwickeln.