Ein Artikel der Redaktion

Unterwegs mit schöner Aussicht Von den Saurierspuren durch das Wiehengebirge

Von Anne Reinert | 14.06.2014, 10:32 Uhr

Dieses Mal wird es etwas länger. Rund 20 Kilometer durchs Wiehengebirge führt unsere wöchentliche Wanderung.

Auch Dinosaurier sind hier mal hergewandert. Nur wenige Meter vom nach ihnen benannten Terra-Vita-Parkplatz „Saurierspuren“ an der Huntetalstraße in Bad Essen haben sie ihre Fußabdrücke in einem Felsen hinterlassen. Allerdings war damals an dieser Stelle im heutigen Ortsteil Barkhausen eine schlammige Ebene, nicht weit entfernt von einem Meeresufer.

Ton, Sand und Stein lagerten sich später über den Fährten ab, die so zu Stein wurden. Gewaltige Bewegungen in der Erdkruste hoben das Gestein mit den Spuren schließlich steil an. Das Wiehengebirge entstand, in dessen Wand die Fährten heute zu sehen sind.

Durch das Gebirge führt die Wanderroute von dieser Woche. Sie beginnt in der Nähe dieses kleinen Jurassic Parks, der heute durch Sauriermodelle ergänzt ist. Ein bisschen von der Kondition der Riesenechsen braucht es auf Strecke auch. Sie ist 20 Kilometer lang. Sechs bis sieben Stunden dauert das Wandern mit Pausen.

Der Weg ist eine Lieblingsstrecke von Thomas Molkenhardt, Wanderer aus Leidenschaft. Früher fuhr er auf dem Motorrad durch die Gegend. Heute wählt er die entschleunigte Variante der Fortbewegung. Wobei, rennen wäre auf diesem Weg auch nicht durchzuhalten.

Bei der Suche nach einem Rundwanderweg kam Thomas Molkenhardt auf die Zusammenstellung von drei Wanderwegen durchs Wiehengebirge. „Ich finde die Strecke attraktiv, weil sie so viel beinhaltet“, sagt er. Größtenteils geht es durch Wald, aus dem hier und da der Blick ins Tal möglich ist. Es geht am Nonnenstein und Bismarckdenkmal vorbei, durch Börninghausen und über den Limberg zur Fliegerquelle.

Los geht es auf der den Saurierspuren gegenüberliegenden Straßenseite, wo noch ein Teil des Parkplatzes liegt. Von dort führt der Wittekindsweg in den Wald – zwar erst einmal bergauf. Thomas Molkenhardt dreht sich um und sagt: „Nachher geht es nicht mehr hoch.“ Na ja, das stimmt nicht ganz. Aber für durchschnittlich trainierte Menschen, die auch sonst mal zu Fuß gehen, ist dieser Weg zu schaffen.

Zunächst geht es über den Kleinen und den Großen Kellenberg, wo an mehreren Stellen der Fingerhut blüht. Nach rund vier Kilometern steht am Waldrand eine Bank, von der aus man einen wunderschönen Blick insTal hat. Gelegenheit füreine mitgebrachte Brotzeit also. Das nächste Ziel sind Nonnenstein und Bismarckturm. Die Namen sind verwirrend, weil sie eigentlich umgekehrt verteilt sein müssten: Der Nonnenstein ist nämlich ein 14 Meter hoher Turm mit Aussichtsplattform, der Bismarckturm ein nicht sehr hohes Denkmal. Um den Nonnenstein rankt sich eine alte Sage von dem Burgfräulein Hildburga, das an dieser Stelle ein Kloster gegründet haben soll. Gebaut wurde er 1897 und am Ende des 20. Jahrhunderts um fünf Meter erhöht. Vor Kurzem wurden er und das benachbarte Bismarckdenkmal saniert.

Vom Turm aus geht es auf den Sachsenweg. Der führt aus dem Wald heraus und runter nach Börninghausen. Der Fernblick beim Weg ins Tal gefällt Thomas Molkenhardt. „Da fühlt man sich wie im Urlaub und nicht wie um die Ecke im Wiehengebirge“, sagt er. Der Sachsenweg führt etwa zwei Kilometer durch den Ort und den Limberg hinauf zum Forsthaus. Etwa die Hälfte der Strecke ist hier geschafft. Zeit also für Kaffee und Kuchen – und zum Ausruhen.

Danach geht es an der Burgruine Limberg vorbei und auf dem Sachsenweg am Waldrand entlang Richtung Westen. Wenige Meter vor dem Ziel gibt es eine weitere Aussichtsplattform: den Wiehenturm. Wer noch Elan dazu hat, genieße den Ausblick,

Weiter geht es auf dem Weg A5 über den Schwarzen Brink bis zur Fliegerquelle und danach rechts auf die Straße. An ihrem Ende geht es links auf die Huntetalstraße und zurück zu den Saurierspuren.