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Untersuchung der IHK Kommunen in der Region Osnabrück drehen an der Steuerschraube

Von PM. | 31.07.2012, 10:51 Uhr

Gewerbebetriebe in der Region Emsland müssen immer mehr Steuern bezahlen. Das geht aus dem Realsteueratlas für das Jahr 2012 der IHK Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim hervor.

In einer Umfrage unter den Kommunen des IHK-Bezirks wurden die aktuellen Hebesätze der Realsteuern ermittelt und ausgewertet.

Nach Angaben der Industrie und Handelskammer haben von 120 Kommunen mit Hebesatzrecht 27 die Gewerbesteuer sowie 22 die Grundsteuern A und B erhöht. Unter die Grundsteuer A fallen Betriebe der Land- und Forstwirtschaft, die Grundsteuer B gilt für Grundstücke.

Im Durchschnitt wurde dabei die Gewerbesteuer um 20, die Grundsteuer B um 22 und die Grundsteuer A um 23 Prozentpunkte erhöht. Die höchste Steuererhöhung gab es in der Stadt Lingen (Ems). Der Hebesatz stieg um 45 Prozentpunkte auf 395 Prozent. Damit gilt in Lingen nach der Stadt Osnabrück mit 425 Prozent der höchste Gewerbesteuerhebesatz im IHK-Bezirk. Der niedrigste findet sich in der Mitgliedsgemeinde Lahn (Samtgemeinde Werlte).

Ein Vergleich mit anderen Wirtschaftsregionen ist mit dem durchschnittlichen Hebesatz möglich. Dieser stieg im IHK-Bezirk gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozentpunkte auf 363 Prozent. Legt man den Durchschnittshebesatz von Niedersachsen aus dem Jahr 2011, 379 Prozent, zugrunde, ist die Wirtschaftsregion im Steuerwettbewerb gut platziert. Vergleicht man die Landkreise der Region untereinander, so hat die Gewerbesteuerbelastung vor allem im Landkreis Emsland angezogen.

Trotz der vielfachen Steueranhebungen sind die Haushalte vieler Kommunen weiter in finanzieller Schieflage. Von den Steuereinnahmen verbliebe oft zu wenig in den Kommunen, gab die IHK an. Es entstünden Anreize für weitere Steuererhöhungen.