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Unternehmen werben um Studenten 11. Agrar-Karrieremesse auf dem Campus Osnabrück-Haste

Von Regine Bruns, Regine Hoffmeister | 25.04.2016, 16:51 Uhr

Schon zum elften Mal fand nun an der Hochschule Osnabrück die Agrar-Karrieremesse statt. Der Andrang an Unternehmen, die sich auf dem Campus in Haste präsentieren wollten, war im Vorfeld so groß, dass das studentische Veranstaltungsteam einigen absagen musste. Die 30 Unternehmen, die mit einem Stand vertreten waren, stellten ihre Programme für Berufseinsteiger vor.

Marion Lotter, Werkstudentin bei der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, informierte Interessenten über das DLG-Trainee-Programm zur Vorbereitung auf Management- und Leitungspositionen in Unternehmen der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft. „Personalmanagement, Innovationsmanagement, Buchführung, Marketing und viele andere Management-Skills gehören zu den Inhalten der Weiterbildung“, zählte sie auf. Außerdem zwei mindestens dreimonatige Praktika mit einem eigenen verantwortungsvollen Projekt.

Ein paar Stände weiter präsentierte sich die Grimme Landmaschinenfabrik aus Damme mit einem Modell eines Rübenroders. „Wir suchen vor allem Wirtschaftsingenieure, Maschinenbauer, aber auch Agrarspezialisten, die das bäuerliche Know-how in den Unternehmensprozess mit einfließen lassen“, sagte Linda Haskamp, die ein duales BWL-Studium bei Grimme absolviert. Unter den Stellenausschreibungen am Messestand fand sich neben Angeboten für Praktika und Traineeprogramme ein spezielles Angebot für abenteuerlustige Agrartechnik-Experten: Als „Werksbeauftragter Kartoffeltechnik für Südamerika“ kann man mit Grimme um die Welt reisen.

Landwirtschaft per App

Jüngstes Unternehmen im Reigen der Aussteller war ein Start-up aus Bielefeld namens m2Xpert. Drei ehemalige Claas-Mitarbeiter haben sich dafür vor eineinhalb Jahren zusammengetan und die Online-Plattform Farmtune entwickelt, die Landwirten die tägliche Arbeit erleichtern soll. „Der Landwirt pflegt seine Stammdaten ein und kann mit wenigen Klicks bestimmen, auf welchem Feld beispielsweise gerade Gülle ausgebracht werden muss“, so Entwickler Thorsten Schillmöller. Seine Mitarbeiter werden dann per App über die anstehenden Arbeiten informiert. Aufgabenverwaltung und Dokumentation seien mit der Plattform leichter zu managen.

Darüber hinaus stellten sich Futtermittelproduzenten, Züchter, Landmaschinenhersteller und Unternehmensberatungen für den Agrarbereich auf der Messe vor. „Wir haben darauf geachtet, eine gute Mischung dabei zu haben“, sagte Studentin Anneke Kreißig, die die Messe zusammen mit vier Kommilitonen vorbereitet hatte. Vor allem von Tierproduzenten habe es im Vorfeld viele Anfragen gegeben, sich auf der Karrieremesse zu präsentieren, weil in diesem Bereich besonders der Nachwuchs fehlt. „Ein Hauptgrund dafür ist sicher auch, dass wir uns hier in Osnabrück mitten im Zentrum der Schwein- und Geflügelproduktion befinden“, ergänzte Heiner Westendarp, Professor an der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur an der Hochschule Osnabrück. „Etwa 40 Prozent unserer Absolventen gehen in die landwirtschaftlichen Betriebe zurück, in denen sie vor dem Studium ihre Ausbildung gemacht haben, und 60 Prozent gehen in den vor- oder nachgelagerten Bereich.“