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Umstrittene Gruppierung Hintergrund: Die Christusgemeinschaft

Von Christof Haverkamp | 28.09.2011, 10:09 Uhr

Der frühere Pfarrer von Spelle gilt als einer der führenden Köpfe der „Christusgemeinschaft“. Einen Zusammenhang zwischen den Vergewaltigungsvorwürfen und der Christusgemeinschaft gibt es allerdings nicht.

Die „Christusgemeinschaft“ ist sogenannte neue geistliche Gemeinschaft. Sie entstand in den 1980er Jahren im Bistum Osnabrück. Ihr gehören Priester und Laien an. Genaue Zahlen sind nicht zu bekommen, da es auch keinen offiziellen Ansprechpartner gibt. Wer die Seite www.christusgemeinschaft.de anklickt, sieht nur: „Diese Seite befindet sich zur Zeit im Umbau“.

Innerhalb der katholischen Kirche ist die Christusgemeinschaft sehr umstritten. Kritiker werfen ihr typische Strukturen einer Sekte vor. Immer wieder gab es Berichte, dass sich Mitglieder unter Druck gesetzt fühlten. Im Juni 2011 beendete der Priesterrat des Bistums Osnabrück die Gespräche mit der „Christusgemeinschaft“. Bischof Franz Josef Bode schloss die Gruppierung aus dem „Arbeitskreis Geistliche Gemeinschaften“ des Bistums aus.

Sowohl der Priesterrat als auch der Bischof hatten wiederholt versucht, sich konstruktiv um eine Klärung der umstrittenen Strukturen und Methoden der Christusgemeinschaft zu bemühen. Schwierig war es allerdings, einen Ansprechpartner zu finden. Der Sprecher des Priesterrates, Reinhard Molitor aus Twistringen, erklärte, die Priester hätten sich geweigert, einen Verantwortlichen zu nennen.

Deutliche Kritik übte der Generalvikar des Bistums Osnabrück, Theo Paul im August 2011 an der Christusgemeinschaft. Er äußerte sich bei einer Veranstaltung zum 50-jälhrigen Bestehen des Freiwilligen Sozialen Jahres. Paul begründete auch, warum die Bistumsleitung Forderungen nach einem Verbot nicht nachkommt: „Ein Verbot würde diese Gruppe nur stärken“, sagte der Generalvikar. „Sie würde sich noch stärker isolieren und sich als Opfer des Bistums positionieren.“ Der Generalvikar ergänzte: „Wir wollten sie durch einen kritischen Diskurs, auch durch eine Konfrontation mit den Kritikern an die eigenen Grenzen führen und damit zu Aufrichtigkeit und Wahrheit.“