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Umfrage der Arbeitsgemeinschaft 60 plus Weser-Ems „Anteil der Zweibettzimmer in Altenheimen viel zu hoch“

Von PM. | 21.09.2011, 14:03 Uhr

Die SPD-Arbeitsgemeinschaft 60 plus Weser-Ems hat jetzt die Resultate einer Umfrage in Pflege- und Altenheimen im Raum Weser-Ems vorgelegt.

Alter muss nicht Hilfs- und Pflegebedürftigkeit bedeuten, so die SPD-Arbeitsgemeinschaft. Vielen Menschen ist es vergönnt, noch im hohen Alter zu Hause zu leben. Diesem Wunsch vieler älterer Menschen wird auch die gesellschaftliche Diskussion gerecht, bei der in den vergangenen Jahren die Themen ambulante Hilfen, neue Perspektiven der Planung von Wohnungen und Beratungsmöglichkeiten im Mittelpunkt standen. Trotzdem kommt für viele irgendwann – manchmal sehr plötzlich und unerwartet – der Zeitpunkt, sich für eine betreute Wohnung oder einen Heimplatz zu entscheiden. Diese Lebensphase darf nicht ein Ende von Lebensqualität bedeuten. Deshalb gehört auch die Situation in den Heimen in die politische Betrachtung.

Nach den weiteren Angaben der Arbeitsgemeinschaft werden in den Einrichtungen stetig Angebote entwickelt, um den Bewohnern ein möglichst selbstbestimmtes und abwechslungsreiches Leben zu bieten – trotz der finanziell problematischen Lage der Heime und Heimbetreiber. Die Möglichkeit, Gäste zum Essen in die angegliederte Cafeteria einzuladen, ist ein Beispiel. Die Möglichkeiten, eigene Möbel und teilweise auch Haustiere mitzubringen, sind fast schon Selbstverständlichkeiten. Zusätzlich werden aktiv Kontakte zu Gruppen und Initiativen gefördert und verschiedene Ausflüge angeboten. Weitere Verbesserungen zeichnen sich in der Verlängerung der Besuchszeiten ab, die in den meisten Fällen rund um die Uhr bestehen. Zum größten Teil haben die Heime eine gute verkehrliche Anbindung. Diese Angebote und Verbesserungen sollen den Pflegebedürftigen eine Chance bieten, ihre Selbstständigkeit zu behalten und auch weiterhin ein aktives Mitglied der Gesellschaft zu bleiben.

Ein konstanter Faktor ist auch das geregelte Beschwerdewesen, das durch das Amt des Heimbeirats beziehungsweise des Heimfürsprechers gesichert wird – und den Bewohnern und ihren Angehörigen einen Raum für Kritik und Verbesserungsvorschläge bietet.

Doch diese positive Entwicklung hat nicht alle Bereiche der Pflege- und Altenheime erfasst. Durch die Kürzungen der Landesmittel für die stationäre Pflege im Jahr 2004 ist der Kostendruck auf die Kommunen als Sozialhilfeträger stark gestiegen. Aus Kostengründen haben verschiedene Kommunen gezwungenermaßen Heimbewohner in Mehrbettzimmern untergebracht. Der sich aus der Umfrage ergebende Anteil der Zweibettzimmer liegt knapp bei 21 Prozent – und damit viel zu hoch, um die nötige Lebensqualität zu bieten. Nicht in der Umfrage enthalten, aber durch die Gespräche sehr offenkundig geworden ist die Frage nach Beratungsstellen. Hier sieht die Arbeitsgemeinschaft erheblichen Nachholbedarf.

Die jetzt gewonnenen Erkenntnisse sollen demnächst in einer Konferenz zusammengeführt werden, um neue politische Wege zur Lösung der vorhandenen Missstände zu erarbeiten. Das gilt sowohl für die Situation der Beschäftigten wie auch für die der Pflegebedürftigen, so die Arbeitsgemeinschaft.