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Weltpolitik und Ohrwurm Überraschung auf der „NOZ-Kulturbühne“ – Liedermacher Ulrich singt Corona-Song

Von Thomas Wübker | 17.04.2020, 22:00 Uhr

Unter dem Künstlernamen Ulrich hat Steffen-Ulrich Schöps beim Osnabrücker Label Timezone Records das Album „Am Leben“ veröffentlicht. Daraus stellte er am Freitagabend auf der „NOZ-Kulturbühne“ live einige Songs vor. Außerdem begrüßte Moderator Stefan Alberti einen Überraschungsgast, der Osnabrück gut kennt.

Für den Auftritt auf der „NOZ-Kulturbühne“ habe er das erste Mal seit vier Wochen seine Komfortzone verlassen, erzählte Schöps. Normalerweise würde er jetzt seine erste Tour spielen. Die sei zwei Tage vor dem Start abgesagt worden. „Aber was willste machen? Das ist höhere Gewalt“, sagte er. Er sei optimistisch, dass seine Termine nachgeholt würden.

Virtuose Gitarre

Im vergangenen September stand Ulrich auf der Bühne im Biergarten des Büdchens auf dem Westerberg in der Reihe „Live im Grünen“. Da sie keine Großveranstaltung ist, wird sie wohl in diesem Jahr auch stattfinden. Ulrich sagte angesichts des Shutdowns, dass er skeptisch sei, ob die Stilllegung des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens nicht große Probleme mit sich bringe. Er blickte dabei insbesondere auf arme Länder wie Haiti, wo eine große Hungersnot befürchtet werde.

Aber Ulrich machte sich nicht nur Gedanken um die Weltpolitik. Er machte auch Musik. Auf der „NOZ-Kulturbühne“ spielte er einen neuen Song. Der war so brandneu, dass ihm der Titel nicht einfiel. Auf der Bühne kam die Erinnerung zurück: „Ohrwurm“. Geschrieben habe er ihn während der Corona-Krise in seinem Home-Office, wie der Lehrer an einer Oldenburger Berufsschule erzählte. In Osnabrück habe er Musik studiert. Sonst, so sagte er weiter, schreibe er seine Lieder in einer Hütte in Dänemark. Dort scheint eine intime, emotionale und nachdenkliche Atmosphäre zu herrschen, denn so klingen seine Songs, zu denen er eine virtuose Gitarre spielt. Sonst zupft er die Saiten auch in der Tommy-Schneller-Band.

Vorbild aus Hamburg

„Moin“, hieß es dann aus Hamburg. Per Video war der Fernseh-Moderator Yared Dibaba zugeschaltet, der ein Video-Format aus seinem Club in Hamburg in die Welt streamt. „Kulturona“ nennt sich das Projekt, mit dem er für die kulturelle Grundversorgung in Hamburg sorgen will und Vorbild für die „NOZ-Kulturbühne“ stand. Bislang habe er 20 Sendungen auf die Beine gestellt. Dibaba findet das Format so gut, dass er es nach der Corona-Krise weiterführen will.

Dibaba ist am Dienstagabend um 18.30 Uhr zu Gast auf der „NOZ-Kulturbühne“. Mit dabei wird die Tüdelband sein, die plattdeutsche Lieder singt. Dibaba verriet, dass er in Osnabrück mit der NOZ aufgewachsen sei. Außerdem komme seine Frau aus Osnabrück.

Am Sonntag sind Kinderliedermacher Frank Acker und seine Freunde auf der „NOZ-Kulturbühne“ und feiern eine Party. Der Stream mit Ulrich ist unter www.noz.de abrufbar.