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Über Gott und die Welt sprechen Osnabrücker Heilsarmee feiert Jahrestag

Von Stefan Buchholz | 09.10.2013, 16:57 Uhr

Groß ist sie nicht, aber ein Phänomen. Das meint jedenfalls Mathias Sochocki. Zusammen mit seiner Frau leitet er der die vierköpfige Osnabrücker Heilsarmee. In diesen Tagen feiert das kleine Korps sein 15-jähriges Bestehen. In einem Vortrag wird Sochocki heute Abend diese Zeit Revue passieren lassen.

Zur Ruhe kommen und Begegnungen ermöglichen – das war die Absicht der Sochockis, als sie im Oktober 1998 mit dem „Café Atempause“ begannen. Schnell entwickelte sich das jeden Dienstag im Schinkeler Heinz-Fitschen-Haus öffnende Café zu einer Anlaufstelle für Menschen mit Handicaps. „Zu uns kommen Leute, um über ihre psychischen, gesundheitlichen oder sozialen Schwierigkeiten zu reden“, sagt Mathias Sochocki. Vier Heilsarmeemitglieder und sieben ehrenamtliche und geschulte Mitarbeiter aller christlichen Konfessionen böten den Menschen Einzelgespräche, Beratung und Hilfe. „Wenn wir selbst nicht mehr helfen können, vermitteln wir beispielsweise an die Caritas oder Diakonie weiter“, betont Sochocki.

Der Ablauf im für drei Stunden geöffneten Café ist stets gleich. Bei Kaffee und Kuchen zum Selbstkostenpreis wird zunächst über Gott und die Welt gesprochen. Dann gibt es einen 15-minütigen Impuls, bei dem jemand einen Text vorliest und anschließend zusammen gebetet wird. „Wir geben dabei Denkanstöße, missionieren aber nicht“, versichert Sochocki. Denn: Den Glaubensweg müsse man schon freiwillig beschreiten.

Sochocki ist erstaunt, was sich im Lauf der Zeit an Initiativen aus dem Café entwickelt habe. Freundschaften und selbst eine Ehe seien schon aus dem Kreis der bis zu 50 Personen entstanden. Auf Wunsch der Besucher wurden auch sieben Gesprächskreise ins Leben gerufen, erzählt der Gemeindeleiter. Dabei spreche man im privaten Umfeld einmal monatlich über Glaubensfragen. Alle acht Wochen fände in der Jakobuskirche einen Wortgottesdienst mit anschließender gemeinsamer Mahlzeit statt. Und mittlerweile unternehme man sogar mehrtägige Touren, wie zuletzt nach Eisleben.

Die Kölner Zentrale der Heilsarmee spreche schon von einem „Osnabrücker Modell“, sagt Sochocki. Das meint: Menschen zu helfen und über Gott zu sprechen ohne Kirche, eigene Gemeinderäume und Hauptamtliche.

Sochockis Vortrag „Vom Heilsarmee-Café zur Heilsarmee-Gemeinde“ beginnt am Donnerstag, 10. Oktober, um 19 Uhr im Heinz-Fitschen-Haus, Heiligenweg 40.