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Treffgenaue Pointen „Das verflixte 3. Jahr“ besticht als Screwball Comedy

20.07.2012, 15:48 Uhr

Osnabrück. Freundschaft zwischen Männern und Frauen – gibt es die? Für Marc Marronier (Gaspard Proust, der aussieht wie ein junger Jean-Pierre Léaud) ist das ähnlich wie mit der Windenergie: „Alle sprechen drüber, aber es gibt sie nicht.“ Und auch sonst ist der 30-jährige Pariser Literaturkritiker nicht auf den Mund gefallen. Zynisch und amüsant verarbeitet er so seine gerade vollzogene Scheidung in einem Roman in einen Bestseller. Seine These darin: Die Liebe zwischen Mann und Frau währt nur drei Jahre. Doch dann trifft er Alice (Louise Bourgoin) und verliebt sich – diesmal unsterblich? – in sie. Das Buch jedoch steht fortan zwischen ihnen: Wird ihre Liebe doch Bestand haben?

Claude Lelouch trifft Woody Allen, und gemeinsam drehen sie eine moderne Screwball Comedy – so könnte man den Film auf eine griffige Formel bringen. Wobei man dem Regiedebüt des Bestsellerautors Frédéric Beigbeder („99 Francs“) deutlich anmerkt, dass er sein Handwerk als früherer Werbetexter versteht. So weiß „Das verflixte 3. Jahr“ nicht nur seine Pointen treffgenau (und visuell einfallsreich) zu setzen, sondern gibt dem Autor, der sich gerne selbstreferenziell gibt, auch Gelegenheit, Eigenwerbung zu betreiben. Denn wer genau hinsieht, erfährt sogar an einer Stelle, dass Beigbeder 2013 den Literaturnobelpreis erhält. Das mag etwas hochgegriffen sein, ein Filmpreis für eine gelungene Komödie sollte aber schon drin sein.

<b>„Das verflixte 3. Jahr“. </b> F 2012. R: Frédéric Beigbeder. D: Gaspard Proust, Louise Bourgoin, Valérie Lemercier. 100 Min. Ab 12 Jahren. Cinema-Arthouse. Trailer unter www.noz.de