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Theater und Volkshochschule Theaterprojekt für Flüchtlinge kam gut an

Von Christine Adam | 10.02.2017, 13:56 Uhr

Deutsch lernen mit dem Körpergedächtnis: Ein gemeinsames Pilotprojekt von Theater und Volkshochschule Osnabrück kam bei Flüchtlingen so gut an, dass es nun fortgesetzt werden soll.

Die Flüchtlinge stehen mit Mitarbeitern der Volkshochschule Osnabrück (VHS) und vom Theater wie dem Intendanten Ralf Waldschmidt in einem großen Kreis beieinander. Und geben ein Gefühl an den jeweiligen Nachbarn weiter – weil Theater doch die Bühne für große Emotionen ist. Glück, Traurigkeit, Verliebtsein: Mit sichtlichen Vergnügen und in sehr individueller Mimik und Gestik wird dem Nächsten die jeweilige Emotion übermittelt. Theater und Volkshochschule geben so einen kleinen Einblick in das, was in einem neuen Pilotprojekt erprobt wurde: Wie sich noch einmal anders, körpersprachlich, ausdrücken und vertiefen lässt, was die Flüchtlinge in ihren Deutschkursen an neuen Begriffen erlernen.

Der Kurs kam gut an

Das neue Theaterprojekt in Kooperation mit der VHS ist erfreulich gut angenommen worden, sagt Theaterpädagoge Simon Niemann beim Pressegespräch im Vortagssaal der VHS. Im November ging es los mit 18 Teilnehmen, von denen 15 bis jetzt, Mitte Februar, blieben. Offen und neugierig hätten die Flüchtlinge, die meisten jüngere Männer und Syrer, aber auch Afghanen und ein Sudanese, das Angebot aufgenommen – trotz ihres strammen Sprachkursprogramms tagsüber und dem nun steigenden Prüfungsdruck.

Das sich viele von ihnen dabei laut Niemann „kontinuierlich wohlgefühlt“ haben, ist an der lockeren, herzlichen Atmosphäre im freundlichen VHS-Saal zu spüren. Und: Es leuchtet unmittelbar ein, dass ein deutscher Begriff wie „seufzen“ viel stärker im Körpergedächtnis hängen bleibt, wenn man sein Verliebtheitsspiel im Kreis spontan mit schweren Seufzern unterstrichen hat.

Interesse für deutsche Kultur

Die Flüchtlinge hätten viel gefragt und sich für die deutsche Kultur interessiert, berichtet VHS-Kulturleiterin Angelika Schlößer . Etwa für Weihnachten, den Weihnachtsmarkt und was man so brauche, um das Fest zu feiern. Allen Beteiligten wie Joyce Noufélé, die für bei der VHS für Fremdsprachen und Deutsch für Flüchtlinge zuständig ist oder Jane Jachens, die in ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr den Kurs engagiert mitorganisiert und Fotos davon gemacht hat, ist die Dankbarkeit der Flüchtlinge als ungewöhnlich im VHS-Betrieb aufgefallen.

Jane Jachens Fotos sind übrigens ab Montag im Flur der VHS zu sehen. Sie geben Einblicke in den spielerischen Umgang mit Sprache und zeigen die Teilnehmer, wie sie neugelernte Begriffe mit dem Theater verknüpfen: „Theater ist Talent“ halten sie sich lachend auf selbstbeschriebenen Schildern vor die Brust oder, wie gerade erlebt: „Theater ist Spaß“. Nach dem Willen von VHS und Theater soll das neue Angebot verstetigt werden.