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Reihe "Berlin Alexanderplatz" Lesestation im Grand Hotel: Franz Biberkopf geht seinen Weg

Von Karsten Frei | 22.01.2019, 13:12 Uhr

Unter dem Motto "Franz ist ein Mann von Format" wurde am Montag die Kneipe Grand Hotel am Schlosswall zur zweiten Station der Theater-Lesereise durch Döblins Roman "Berlin Alexanderplatz" (Konzeption, Organisation: Theresa Leopold, Marie Senf).

Dekorativ arrangierte Flaschen und Zigarettenkippen auf den Lesetischen, Wandleuchter und schummeriges Theken-Flair - hier hätte sich auch Alfred Döblins Antiheld Franz Biberkopf wohl gefühlt. Im spielerischen Lese-Wechsel ließen die Schauspieler Monika Vivell und Stefan Haschke den Alltag des aus der Strafanstalt Tegel entlassenen Franz Biberkopf Revue passieren: sein Dasein als Straßenhändler und den Anspruch, "anständig" zu bleiben, der ihm durch das Verhalten des unehrlichen Kollegen Lüders erschwert wird und ihn in den Kneipen versiffen lässt.

Neben Haschkes und Vivells authentischem Vortrag trug zur Lebendigkeit der Szenen auch Döblins Mischung aus sarkastischem Humor, Reklameslogans und Bibelanleihen bei, die das Berlin der Weimarer Republik geradezu spürbar machte. Die Begegnung mit dem Hehler Pums sowie sein Interesse für einen kränklich wirkenden Kneipengast besiegeln Biberkopfs weiterem Weg in den Untergang.

Die dritte Station der Lesereise finden am 28. Februar um 20 Uhr bei der Freiwilligen Feuerwehr, Wasastr. 5 statt.

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