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Tag der offenen Tür Mit Shakespeare in den Botanischen Garten

Von Silke Bicker, Silke Bicker | 19.06.2016, 17:57 Uhr

Vor 400 Jahren starb der Schriftsteller William Shakespeare. Ihm war der Tag des Botanischen Gartens in diesem Jahr gewidmet, und das Thema der Freiluftausstellung hieß deshalb „Garten-Theater, die Pflanzen in Shakespeares Welt“. Passend zu den Pflanzen in den Beeten hoben Aufsteller mit allgemein verständlichen Postern den Bezug zu seinen Werken hervor.

Gleich zu Beginn des Tages der offenen Tür flanierten viele Besucher durch den ehemaligen Steinbruch. Für kleine und große botanisch Interessierte wurde ein buntes Programm geboten: Aktionen für die Ohren mit Musik und japanischen Trommeln ebenso wie die Ausstellung, eine Rallye und etliche Mitmachangebote fanden zwischen Regenwaldhaus, Kräutergarten und Gewächshäusern statt. „Ich mag eigentlich lieber Kaninchen. Aber hier ist es auch schön,“ grinste der fünfjährige Lukas. Er hatte sich sein Gesicht dschungelbuchartig schminken lassen und fand das Ergebnis okay.

„Unterschiedliche Blütenfarben ziehen unterschiedliche Insekten an. So entwickelten wir dieses Jahr eine Farbenrallye“, erklärte Claudia Grabowski-Hüsing, die Leiterin der Grünen Schule. Für jeden Geschmack war etwas dabei. Ob Stockbrot backen, Bier verkosten oder in der Tischlerei Vogelhäuschen zimmern. „Wir sind wegen der Ausstellung und der Atmosphäre hier. Vielleicht nehmen wir uns auch noch ein paar Pflanzen mit“, meinte ein Vater gelassen.

Es gab nicht nur Leckereien, sondern auch die eine oder andere überschüssige Pflanze aus den Gewächshäusern zu erwerben. Im Heilkräutergarten sammelten sich einige Herren um einen Stand: sie kosteten das selbst gebraute Bier. Die Grut, so wird die Kräutermischung zum Würzen von Bier genannt, war wie zu Shakespeares Zeiten zusammengesetzt. Ein Bogenbauer zeigte, wie Bögen aus verschiedenen Hölzern gebaut werden. Einige Exemplare hatte er zur Ansicht dabei.

Am Tag des offenen Gartens fanden dieses Mal gleich sieben Sonntagsspaziergänge stündlich statt. Im Gegensatz zu den regulären ließen es sich die universitären Mitarbeiter nicht nehmen, selbst den Blick hinter die Kulissen zu gewähren. „Wir bieten heute grüne Smoothies aus Römersalat, Spinat und Sellerie an. Gerade in Blattgemüse stecken unheimlich viele gesunde, sekundäre Pflanzenstoffe und Mineralien“, verkündete Sylvia Oevermann vom Botanischen Garten lächelnd. Die Smoothies waren heiß begehrt, auch eine süße Variante mit Äpfeln gab es gegen einen Obolus zu verkosten.

Als besonderes Erzeugnis pries sie Smoothies aus Wildkräutern an. Gerade Giersch und Brennnesseln seien sehr gesund, meinte Oevermann. Besser trinken, als das Unkraut im Garten zu vernichten, lautete ihr Fazit.