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Es gab kein Entkommen Tag der Musik erfüllt Osnabrück am Samstag mit Klang

Von Thomas Wübker | 15.06.2019, 16:22 Uhr

Osnabrück ist eine Stadt der Musik in diesen Tagen. Vor kurzem fand das Deutsche Musikfest hier statt, am Freitag wurde das Morgenland-Festival eröffnet und am Samstag spielen noch bis 16 Uhr junge und alte Musikerinnen und Musiker beim Tag der Musik in der Innenstadt.

Wer am Samstag zum Wochenmarkt gehen und keine Musik hören wollte, hatte es schwer. Auf dem Domvorplatz sangen Kinderchöre, auf dem Markt vor dem historischen Rathaus spielten Ensembles der Osnabrücker Musik- und Kunstschule, die sich strategisch klug unter den Arkaden der Stadtbibliothek platziert hatten.

Dort waren die Musikerinnen und Musiker vor dem Regen geschützt, der später am Vormittag einsetzte, nicht aber von windigen Böen, die manche Notenblätter durcheinander wirbelten.

Den Anfang machten schon um 10 Uhr die Chorklasse der Grundschule Eversburg auf dem Markt und Trompetengruppen der Angela- und Domschule, die an verschiedenen Orten der Innenstadt spielten. Nach dem Klarinettenensemble Sekunda Volta spielte die Formation Blechreiz luftigen Bigband-Sound. Einige Passanten, die mit Blumen in den Händen vom Wochenmarkt kamen, ließen sich anlocken, blieben stehen und lauschten der Musik. Derweil ließ sich eine Etage höher in der Stadtbibliothek eine junge Frau nicht aus der Ruhe bringen und las weiter in ihrem Buch.

Unter ihr ging der Reigen mit der Big Band Konfusion weiter, in der einige Dozentinnen und Dozenten Swing spielten. Unter ihnen war auch die Leiterin der Musik- und Kunstschule, Sigrid Neugebauer-Schettler. Die Saxofonistin sieht den Tag der Musik als Mittel, um Menschen auf ihre Schule aufmerksam machen zu können, die sie sonst nicht erreichen würden. Sie wies auf die Konzertreihe „Sonntakte“ hin, bei der Ensembles der Schule im Haus an der Caprivistraße jeden zweiten Sonntag auftreten. „Der bundesweite Tag der Musik hat sich der Vielfalt verschrieben, deswegen passen wir aufgrund unserer altersübergreifenden Ensembles gut rein“, sagte sie und griff sich ihr Saxofon.

Die Musik der Big Band Konfusion lebte vor allem von der Erfahrung der Musikerinnen und Musiker. Sie spielten abgeklärt, auch wenn sich die ein oder anderen schiefen Töne dazwischen mogelten. Aber die Musikpolizei ging am Samstag nicht auf Streife. Deswegen gab es auch keine Strafzettel für Verspieler. Wichtig war der Spaß an der Musik.

Viel Spaß, aber leider wenig Publikum hatte der Marimbafonist Levi Schnarre vor dem Kulturhaus. Seine perkussiven Klänge tauchten das Heger-Tor-Viertel in eine surreale Klanglandschaft. Schade, dass sich nicht mehr Passanten dazu bewegen ließen, sich niederzulassen.

Mehr Musik und mehr Publikum hatten das Streicherensemble Das kleine Sägewerk, die Horngruppe und die Blas-Stars der Musik- und Kunstschule vor dem Rathaus sowie die Percussiongruppe der Wittekind-Realschule und die Big Band der Angelaschule auf dem Domhof und das Saxophon-Quartett, das mobil unterwegs war.

Ganz ohne Musik kam die Kunst-Aktion der Musik- und Kunstschule auf dem Spielplatz am Adolf-Reichwein-Platz aus. Dort wollte Dozentin Anja Hockmann eine ganze Tapetenrolle mit Kindern ausmalen. Hanna (8) und Luisa (6) fingen schon mal damit an, dass sie eine Wiese mit Fantasie-Blumen zeichneten. Die Mädchen waren sich sicher: „Damit sieht die Welt schöner aus.“

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