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Symposium des Deutschen Riga-Komitees Meckel trägt sich ins Goldene Buch der Stadt Osnabrück ein

Von Daniela Blase | 22.09.2016, 21:31 Uhr

In dieser Woche hat in Osnabrück das 3. Symposium des Deutschen Riga-Komitees stattgefunden. Im Rahmen dieser Veranstaltung trug sich Markus Meckel (SPD), Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, ins Goldene Buch der Stadt ein.

„Passend zum internationalen Tag des Friedens findet dieses besondere Ereignis statt“, sagte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert. Im Rahmen des zweitägigen Symposiums des Deutschen Riga-Komitees trug sich Markus Meckel, Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, ins Goldene Buch der Stadt Osnabrück ein. „Das ist ein beeindruckender Moment für mich“, sagte Meckel zu den zahlreich erschienenen Teilnehmern des Symposiums. Ihm sei es sehr wichtig, der Opfer von Krieg und Gewalt zu gedenken. „Das, was damals geschehen ist, darf nicht in Vergessenheit geraten.“

Damit meinte Meckel die Morde an weit mehr als 25.000 Menschen in den Jahren 1941 und 1942. Die Opfer, überwiegend Juden, waren in das Ghetto von Riga gebracht und dann vor allem im Wald von Biķernieki ermordet worden.

75 Jahre nach den Deportationen

Das Symposium des Riga-Komitees in Osnabrück stand ganz im Zeichen der Erinnerung an die Deportationen vor 75 Jahren aus dem Deutschen Reich nach Riga. Das Riga-Komitee wurde im Jahr 2000 von 13 deutschen Großstädten gegründet, darunter auch Osnabrück, und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Heute gehören dem Komitee 55 Städte an, aus denen viele der damals Ermordeten stammten.

Der frühere DDR-Bürgerrechtler Markus Meckel hatte sich als Theologe und Pfarrer schon früh in der ökumenischen Bewegung und der politischen Opposition in der DDR engagiert. Nach dem Mauerfall war er Mitglied der ersten frei gewählten Volkskammer und von April bis August 1990 vorletzter Außenminister der DDR. Als langjähriges Mitglied des Bundestages setzte sich der SPD-Politiker für die Aufarbeitung der Geschichte und Folgen der SED-Diktatur und für die deutsch-polnische Verständigung ein. Seit 2013 ist er Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Der Volksbund widmet sich im Auftrag der Bundesregierung der Aufgabe, die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland zu erfassen, zu erhalten und zu pflegen.

Nach der Begrüßung durch Wolfgang Griesert und Markus Meckel folgte zunächst ein Vortrag über das Konzentrationslager Riga-Kaiserwald. Anschließend gab es ein Interview mit Wolfgang Ohl, dem Sohn von Irmgard Ohl, einer mittlerweile verstorbenen Zeitzeugin aus Osnabrück. Auch ein gemeinsames Gedenken am Mahnmal Alte Synagoge und ein Besuch des Felix-Nussbaum-Hauses standen auf dem Programm des Symposiums, das in Zusammenarbeit mit dem städtischen Büro für Friedenskultur organisiert worden war. Außerdem wurde per Skype-Schalte nach Riga die dortige Gedenkstätte vorgestellt.