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Studenten aus Nicht-Akademikerfamilien Hochschule Osnabrück fördert Studienpioniere

Von Nancy Knäuper | 05.12.2016, 12:23 Uhr

Die Entscheidung für ein Studium fällt vor allem jungen Menschen aus Familien ohne akademische Tradition nicht immer leicht. Das Projekt „Studienpioniere“ der Hochschule Osnabrück unterstützt Erststudierende und verschafft ihnen Zugang zu verschiedenen Netzwerken.

 Etwa 13.500 Studenten sind gegenwärtig an der Hochschule Osnabrück eingeschrieben. Laut einer Umfrage von 2014 sind etwa zwei Drittel von ihnen Erststudierende: Das bedeutet, sie kommen aus Familien, in denen niemand zuvor ein Studium begonnen hat. Wegen ihres hohen Anteils an der Gesamtzahl Osnabrücker Hochschulstudenten wurde für diese Gruppe das Projekt „Auf ins Studium! Service für Studienpioniere“ ins Leben gerufen. „Dabei geht es in erster Linie darum, eine konkrete Ansprechpartnerin zur Verfügung zu stellen und die Studienpioniere während des gesamten Studiums zu unterstützen“, erklärt Projektkoordinatorin Anca-Gabriela Hübner.

Geld aus Deutschlandstipendium

Der Weg ins Studium ist für viele junge Menschen nicht selbstverständlich, vor allem wenn sie aus Nicht-Akademikerfamilien stammen. Viele scheuen die finanziellen Folgen und wissen nicht, welche Möglichkeiten der Unterstützung es gibt und an wen sie sich mit ihren Fragen wenden können. Das Projekt „Studienpioniere“ soll den jungen Studieninteressierten den Weg in das Studium ebnen, sie dauerhaft motivieren, im Studienverlauf begleiten und beim Einstieg in den Arbeitsmarkt unterstützen.

Wichtiger Bestandteil des Projekts ist die finanzielle Unterstützung der Erststudierenden. Die besten erhalten ein Deutschlandstipendium, das teilweise aus Bundesmitteln finanziert wird und sie vom Studienbeginn bis zum Bachelorabschluss für maximal acht Semester mit 300 Euro im Monat fördert. Die Hälfte der Stipendiengelder stammt vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, der für das Projekt Studienpioniere 300.000 Euro zur Verfügung stellt.

Studienabbrüche verhindern

 Neben dem Geld spielt die ideelle Förderung eine große Rolle. Jeder dritte Erststudierende bricht laut Statistik sein Studium wieder ab, deshalb ist das Hauptziel des Projektes, fortlaufend und zeitnah Unterstützung anzubieten, um den Studienabbruch zu verhindern. „Wir bieten den Studienpionieren Möglichkeiten zur Vernetzung, zum Erfahrungsaustausch und besondere Angebote, die sie während des Studiums und beim Einstieg in das Berufsleben unterstützen“, erläutert Projektkoordinatorin Hübner.

Die Förderung beinhaltet spezifisch ausgerichtete Qualifizierungsangebote, Aktionstage, Fachvorträge, Bewerbungstrainings, Treffen für Stipendiaten, Unternehmensbesuche und den Aufbau eines Alumni-Netzwerkes. Hübner steht den Studienpionieren als Ansprechpartnerin zur Verfügung, und in einer speziell für die Studienpioniere der Hochschule Osnabrück eingerichteten Whatsapp-Gruppe können sich die Teilnehmer auch untereinander austauschen.

Projekt läuft Ende 2017 aus

Der Studienpionierin Carolin Goldlücke, die im fünften Semester Betriebswirtschaft und Management studiert, hat das Projekt sehr geholfen: „Wenn man auf sich alleine gestellt ist, findet man einfach nicht so viele Möglichkeiten. Wir haben für sämtlichen Fragen und bei Sorgen und Problemen eine Ansprechpartnerin, die uns wirklich weiterhelfen kann.“

Die Hochschule Osnabrück ist eine von zehn Hochschulen, die an dem Förderprogramm „Studienpioniere“ teilnehmen, das von der Stiftung Mercator und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft ins Leben gerufen wurde. Seit dem Wintersemester 2014/15 werden elf Stipendiaten aus drei Fakultäten gefördert. Zum Wintersemester 2015/16 wurden weitere sieben Stipendien für Studienanfänger aus vier Fakultäten vergeben. Bis heute wurden insgesamt 20 Studenten auf diese Weise gefördert. Das Projekt läuft noch bis Ende 2017 an der Hochschule Osnabrück.