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Start am 16. Juni mit neuem Konzept YEAH!-Festival meißelt Ergebnisse in Legostein

Von Ralf Döring | 03.06.2015, 19:59 Uhr

Das dritte „YEAH!“-Festival steht in den Startlöchern: am Dienstag, 16. Juni, geht es los. Vorher hat Festivalleiterin Lydia Grün schon mal benannt, was alles anders wird.

Einen maßgeblichen Wandel des Festivals „YEAH!“ werden die Osnabrücker Bürger spätestens am Samstag beim Gang auf den Wochenmarkt feststellen. Dann dürfte nämlich das gelb-weiße Theaterzelt auf dem Domvorplatz zumindest in Teilen schon stehen. Die Botschaft ist klar: Das Festival und die reisenden Künstler wenden sich direkt an das Osnabrücker Publikum.

Eine weitere Änderung ist struktureller Art: Festivalleiterin Lydia Grün hat diesmal sehr bewusst Osnabrücker Institutionen einbezogen, in ihnen „inhaltlich starke Kooperationspartner“ gefunden. So wird das Theater Osnabrück zwei seiner Produktionen im Theaterzelt vor dem Dom zeigen. Zum einen ist das „Borka“, ein Stück für Kinder ab 3 Jahren, welches das Theater der Generationen am Samstag, 14. Juni, in der Melanchthonkirche herausbringt. Für die zweite Vorstellung am 17.Juni kommt das generationenübergreifende Laienprojekt aber ins Theaterzelt. Die Produktion des Jugendclubs Tanz „Wer ist Remarque?“ aber feiert sogar ihre Premiere beim YEAH-Festival.

Beide Produktionen fügen sich nahtlos in das Profil von YEAH. Schließlich sind Theater der Generationen und der Jugendclub selbst Institutionen, mit denen das Theater Vermittlungsarbeit leistet. Auch eine Kooperation mit dem Institut für Musik (IfM) drängte sich da förmlich auf: Musikvermittlung sei „ein wichtiges Thema“ in seinen Studienprofilen und „am IfM gut angesiedelt“, sagt Sascha Wienhausen, der Dekan des IfM.

Seine Studierenden gestalten das Finale des diesjährigen Festivals. Ein Höhepunkt ist natürlich die Preisverleihung am Freitag, 19. Juni, ab 20.30 Uhr. Doch diese Veranstaltung will das Leitungsteam so knapp wie möglich halten – und lieber ordentlich feiern. Beginnen wird der Abend aber mit einem Wandelkonzert, das vom IfM ausgerichtet wird. Zu Beginn führt Fabian Sackis in der Kleinen Kirche neben dem Dom eine Klang-Video-Installation zum Thema Wasser vor. Es folgen ein Projekt vom Studienprofil Elementare Musikpädagogik und ein Chorprojekt zum Thema Feuer unter der Leitung von Stephan Lutermann. Zum Abschluss kommen ein paar Klassiker zum Zug: Am Haseufer wird eine Version von Händels „Wassermusik“ für vier Hörner erklingen.

Für den Abschlusstag hat Grün in der Musik- und Kunstschule einen Partner gefunden: Passend zum Abschluss des Festivals findet in Osnabrück der „Tag der Musik“ statt, den die Musik- und Kunstschule gestaltet. Dabei gibt es, natürlich, Musik in der ganzen Stadt und speziell im Zelt ein Big-Band-Treffen und die Land-Art-Komposition „listen!“ von Willem Schulz.

Der Donnerstag ist der Diskussion gewidmet: Da findet die Konferenz „Jugend.Zukunft.Europa“ statt, die das Künstlerkollektiv lunatiks Produktion durchführt. Der Clou dabei: Was die Konferenzteilnehmer in vier „Denkräumen“ erarbeiten, wird später im Forum am Dom zu bewundern sein – als Modell aus Legosteinen.

Diese europäische Idee findet großen Beifall bei der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte, die das Festival von Anfang an maßgeblich fördert. Aufgabe ist aber auch, das „YEAH!“-Festival stärker als bisher beim Osnabrücker Publikum zu verankern , ohne das Niveau nach unten zu schrauben. Dafür ist nicht in erster Linie entscheidend, wer die 40000 Euro Preisgeld unter sich aufteilt – dafür sind attraktive Veranstaltungen entscheidend. Und eine gewisse Anbindung an den Osnabrücker Kulturalltag. Doch das scheint ja nun so zu sein.

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