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Stadtwerke bereiten Tunnelabbruch vor Zwei Spuren weniger auf dem Neumarkt

Von Wilfried Hinrichs | 30.04.2014, 20:19 Uhr

Seit 15 Jahren diskutiert die Stadt über einen autofreien Neumarkt, spätestens Ende Juni ist er Realität: Dann gehört der Neumarkt den Baufahrzeugen, Bussen und Taxis und Fußgängern. Die Stadt will mit einem ausgeklügelten Umleitungssystem ein Verkehrschaos verhindern und mit offensiver Öffentlichkeitsarbeit den Eindruck vermeiden, die City sei schlecht erreichbar.

Grund der Sperrung ist der Abriss des Neumarkttunnels. Während der ersten Rückbauphase im vergangenen Jahr war bereits eine Fahrspur gesperrt. Das wiederholt sich jetzt: Der Fahrstreifen vor dem ehemaligen Wöhrl-Haus zwischen Lyrastraße und Johannisstraße ist blockiert, weil die Stadtwerke Leitungen umlegen. „Das sind vorbereitende Arbeiten für den Tunnelabriss“, erklärt Stadtwerke-Sprecher Marco Hörmeyer.

Die Stadtwerke verlegen rund zehn Kilometer Stromleitungen sowie mehrere Hundert Meter Gas- und Wasserleitungen. Das Unternehmen müsse die Arbeiten in der Lyrastraße und am Neuen Graben vorziehen, weil die Lyrastraße während der Neumarktsperrung als Ausweichstrecke für die Busse gebraucht werde, sagte Hörmeyer.

Der Abriss des unterirdischen Bauwerks, die Baustellenlogistik und die Verkehrsführung sind hochkomplex. Seit Monaten arbeiten Teams der Bauverwaltung und der Stadtwerke am Ablaufplan. Eines steht schon fest: Der 2. Juni als Starttermin für den Abriss des südlichen Tunnelteils und Sperrung des Neumarktes ist nicht zu halten. In der kommenden Woche sollen nach Angaben von Stadtwerke-Sprecher Hörmeyer die letzten Ausschreibungsergebnisse vorliegen, sodass die Planung dann in die Endphase gehen kann. Er geht davon aus, dass der Abriss Ende Juni beginnt. Der Endpunkt soll sich dadurch nicht verschieben. Hörmeyer: „Die Arbeit wird verdichtet, es wird alles getan, um den Zeitplan zu halten.“ Der erste Bauabschnitt, der mit einer Vollsperrung für den Autoverkehr verbunden ist, endet laut Plan im Februar 2015. Danach sollen wieder zwei Spuren freigegeben werden.

Die Öffentlichkeitsarbeiter der Stadt wollen die mehrjährige Baustelle zu einem Event machen. Geprüft wird nach Angaben von Stadtsprecher Sven Jürgensen, an welcher Stelle sich eine Aussichtsplattform mit Info-Box anbieten würde. Auch der Einsatz einer Webcam wird nach seinen Worten erwogen. Ziel der offensiven Öffentlichkeitsarbeit ist es, die Menschen über das Endprodukt aufzuklären. „Die Unannehmlichkeiten sind leichter zu ertragen, wenn man weiß, wie der Neumarkt am Ende aussehen soll“, sagt Jürgensen. Vor allem aber will die Stadt dem Eindruck entgegenwirken, die Einkaufsstraßen seien wegen der Bauarbeiten am Neumarkt nicht oder nur schwer erreichbar. Alle Parkhäuser können angefahren werden, es kann aber je nach Baufortschritt geänderte Zufahrten geben.

Erhebliche Folgen hat die Großbaustelle auch für den Busverkehr. Haltestellen müssen an den Kollegienwall verlagert werden, das Umsteigen wird komplizierter. Die Stadtwerke wollen ihre Kunden rechtzeitig umfassend über die Veränderungen informieren.