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Stadt- und Ortsführungen (8) Tour in Bad Essen soll alle Sinne aktivieren

09.01.2015, 22:03 Uhr

In freier Natur die eigenen Sinne herausfordern, dabei zur Ruhe kommen und zugleich etwas über die Geschichte des Sole-Kurorts Bad Essen lernen – möglich ist das auf einer Führung über den Weg der Sinne mit 15 Erfahrungsstationen im westlichen Kurpark.

„Hier sollten Sie mal ganz tief durchatmen“, empfiehlt Ortsführerin Rixte Haro, als sie mit den Teilnehmern der Sinnesführung im Rund der Bad Essener Sole-Arena steht. Von den Wänden tropft und aus einem Brunnen in der Mitte sprudelt verdünntes Solewasser, und der aufsteigende Nebel umhüllt die Gruppe. Mit einem Salzgehalt von über 31,5 Prozent übertrifft Bad Essens Solequelle sogar das Tote Meer. Nun aber genug inhaliert, denn außerhalb der zur Landesgartenschau 2010 errichteten Sole-Arena warten noch viele weitere Stationen auf gespannte Teilnehmer.

Schon von Weitem leuchten sie einem entgegen, die knallbunten Farbsäulen, die das Auge mit Kalt-Warm- oder Hell-Dunkel-Kontrasten positiv beanspruchen. Durch ein Wasserprisma bestaunt die Gruppe, wie klare Kanten in Regenbogenfarben zerlegt werden, und manch einem wird schummrig beim Betrachten der Drehscheiben und Tafeln der Sinnestäuschung. Gleichgewichtssinn ist danach auf der Balancierscheibe gefragt. Was für ein Spaß, als sich die Teilnehmer zusammen auf die wackelnde Scheibe stellen und versuchen durch leichte Körperbewegung ins Gleichgewicht zu kommen. „Was sind das denn da für Pfähle?“, fragt eine Teilnehmerin, die bereits über die Wiese auf die Duftorgel zusteuert. Schnell verdeckt Rixte Haro die dazugehörige Schautafel. „Ziehen Sie das Ende nach oben und schnuppern Sie mal“, richtet sich die Tourleiterin an ihre Gäste. „Wer erkennt alle Gerüche?“

Zurück zum Thema Sole, als einer der Teilnehmer an der archimedischen Schraube dreht, die im Salzgarten hinter der nächsten Hecke Solewasser über drei aufsteigende Becken transportiert. Rixte Haro erklärt das Prinzip der Sinterterrassen, an denen Wasser verdunstet und Mineralablagerungen hinterlässt. Von der Parklandschaft mit angelegten Beeten und großen Rasenflächen geht es dann in waldiges Gebiet. Am Umweltbildungszentrum Kubikus hält Rixte Haro noch eine Überraschung für die Gruppe parat, bei der absolute Ruhe erforderlich ist und deutlich wird, dass Schall und Klang nicht nur über das Gehör wahrzunehmen sind. Der anschließende kurze Aufstieg entlang des Waldrands wird mit dem sogenannten „Traumstein“ belohnt. „Herrlich, darauf mit geschlossenen Augen zu schaukeln. Man fühlt sich wie auf einer Wolke anstatt auf einem Stein sitzend“, weiß die Gästeführerin. Öffnet man die Augen wieder, bietet sich eine schöne Aussicht auf Bad Essen. Nach einem letzten Spiel an den Tastsäulen genießt die Gruppe den Ausblick auf Bad Essens historischen Ortskern und die norddeutsche Tiefebene vom Plateau „Himmelsterrasse“ aus.

Häufig entdecken gerade die jüngsten Teilnehmer von der Terrasse aus den ein Stück unterhalb liegenden „Spielplatz für Jung und Alt“. Alle, die dort noch toben möchten, trennen sich an dieser Stelle von der Gruppe, Rixte Haro führt die anderen zurück zum Ausgangspunkt, der Sole-Arena.