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Stadt feiert Weltmeister-Stern Osnabrücker sind nach WM-Sieg in Hochstimmung

Von Almut Hülsmeyer | 14.07.2014, 15:15 Uhr

Ein Meer aus Deutschlandfahnen weht auf dem Schulhof der Osnabrücker Domschule. Rund 800 Schüler und Lehrer stehen auf dem Schulhof und jubeln. Sie sind am Montagmorgen in Trikots, mit Deutschland-Schals und schwarz-rot-goldenen Halsketten zum Unterricht gekommen. In der Pause wird auf dem Schulhof trotz des Regens ausgelassen der WM-Titel der deutschen Mannschaft gefeiert.

„Die Stimmung ist super. Deutschland ist Weltmeister – was Besseres gibt es nicht“, freut sich die 13-jährige Charlin Lerche. Dass sie heute Morgen genauso früh zur Schule kommen musste wie immer, obwohl sie bis in die Nacht hinein mit ihrer Familie den WM-Sieg gefeiert hat, stört sie nicht: „Ich finde die Feier in der Schule eine gute Alternative dafür, dass wir keine zwei Stunden später Schule haben“, sagt sie. Dass die Schüler eine lange Fußballnacht hinter sich haben, merken an diesem Tag auch die Lehrer. „Man sieht deutlich, dass die Schüler heute übermüdet sind“, sagt Sabine Müller, stellvertretende Schulleiterin der Domschule. Sie trägt eine Deutschland-Fahne um die Hüften und einen Hut mit den Nationalfarben. „Wir haben uns entschlossen, heute einen Mottotag zu machen und gemeinsam zu feiern. Fußball war schließlich in den vergangenen Tagen immer ein Thema und auch die Kollegen sind alle auf Fußball eingestellt“, sagt sie.

In der Schule in der Dodesheide haben die Schüler am frühen Montagmorgen Blätter in schwarzer, roter und goldener Farbe bemalt. Anschließend haben sie auf dem Schulhof ihre Bilder zu einem großen schwarz-rot-goldenen Mosaik zusammengefügt. Vom Schuldach aus wurde das Kunstwerk fotografiert. „Das ist eine ganz spontane Aktion. Wir konnten ja nicht ahnen, dass wir gewinnen“, sagt Schulleiter Thorsten Steinbrinker. In der gesamten Schule herrsche eine Feierstimmung, so der Schulleiter. Allerdings sind die Reihen der Schüler nach der WM-Nacht stark ausgedünnt. „Wir haben heute ganz viele Krankmeldungen. Da könnte man schon auf die Idee kommen, dass ein gewisser Zusammenhang zwischen dem WM-Titel und den Krankmeldungen besteht. Mal sehen, ob es sich um eine Ein-Tages-Krankheit handelt“, berichtet der Schulleiter schmunzelnd.

So schön war die WM: alle Infos auf www.noz.de/wm

Glücklich und übermüdet ist an diesem Tag auch Alexandra Hollweg, die in der Tchibo-Filliale in der Großen Straße arbeitet. „Mein Bruder hatte ein Private Viewing im Dortmunder Stadion für zehn Leute gewonnen“, berichtet sie, „das Spiel dort zu gucken, war hammermäßig. Es war so spannend. Einfach Adrenalin pur.“ Allerdings hat Hollweg während des Spiels auch um den deutschen Sieg gezittert. „Wir konnten während des Spiels zum Glück Tischfußball spielen. Man war ja so nervös, dass man sich zwischendurch mal abreagieren musste.“ Nach dem WM-Sieg hat sie die Nacht durchgefeiert. „Als wir nach Hause fahren wollten, sind wir im Autokorso in der Dortmunder Innenstadt stecken geblieben. Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen. Heute Morgen bin ich nur kurz nach Hause gefahren und habe mich schnell frisch gemacht. Die Müdigkeit ist einem aber an einem Tag wie heute egal. Wir sind ja so glücklich über den Sieg“, sagt sie strahlend. Auch eine Gruppe älterer Männer, die in der Filiale einen Kaffee trinkt, freut sich über den Sieg. „Das war ein tolles Ereignis. Es war richtig spannend. Am Ende hat alles gepasst“, urteilt einer der Kunden über den deutschen Sieg.

Deutschland ist der logische WM-Sieger: ein Kommentar zum verdienten Titel

Dass Fan-Artikel auch noch nach dem Finale gekauft werden, ist für die Verkäuferinnen des Osnabrücker Wicky-Ladens eine Überraschung. „Eigentlich wollten wir die Sachen einlagern, jetzt müssen wir aber noch mal überlegen, ob wir das tatsächlich machen“, sagt Verkäuferin Natalie Largin. Sie hat kurz nach Öffnung des Geschäfts bereits den ersten Fanartikel verkauft. Die Kundin Nicole Riemann hat sich am Morgen als erstes mit ihrem elfjährigen Sohn Niko auf den Weg in die Osnabrücker Innenstadt gemacht, um Trikots für die ganze Familie zu besorgen. Für sich hat die fünffache Mutter bereits ein passendes T-Shirt entdeckt. „Das wird jetzt durchgewaschen und dann sofort angezogen“, sagt Riemann. Zusammen mit ihrer Familie hat sie zu Hause vor dem Fernseher mitgefiebert. „Ich habe echt gedacht, dass die Spieler es nicht mehr hinbekommen. Aber wir haben es geschafft. Der Sieg ist wirklich verdient“, findet sie. Ihr elfjähriger Sohn Niko ist noch etwas geschafft vom ausgiebigen Fußballgucken. Den Sieg der deutschen Mannschaft hat er nicht mehr live mitbekommen. „Er ist vorher eingeschlafen. Die erste Frage heute Morgen war dann natürlich, wie es ausgegangen ist“, berichtet seine Mutter. Zusammen mit ihrer Familie will sie heute den WM-Titel weiter feiern: „Die Stimmung bei uns in der Familie ist richtig gut.“