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Spezialeinsatz im Klinikum Feuerwehr Osnabrück sägt Ring vom Finger

Von Sebastian Stricker | 30.07.2013, 13:07 Uhr

Bei einem Spezialeinsatz im Klinikum hat die Feuerwehr Osnabrück einem Patienten einen Ring vom Finger gesägt. Es war bereits der zweite Vorfall dieser Art binnen weniger Wochen.

Der Alarm ereilte die Feuerwehr am Montagabend aus der Notfallaufnahme am Finkenhügel (Stadtteil Westerberg). Dort war ein 22-jähriger Mann aus Belm vorstellig geworden, der einen Ring versehentlich an den Mittelfinger statt an den Ringfinger gesteckt hatte und nun über eine starke Schwellung klagte. Die Ärzte versuchten zunächst, das Schmuckstück mittels eines feinen Fadens vom eingefetteten Finger zu lösen. „Das gelingt meistens, diesmal aber nicht“, sagte der Leitende Arzt, Dr. Mathias Denter, unserer Zeitung. Weil dem Notaufnahmezentrum typischerweise die technische Ausstattung fehlt, um den Ring ohne Verletzung der Haut zu entfernen, wurde die Feuerwehr gerufen. Die hält für solche Fälle einen Maschinen-Unfallkoffer vor. Mittels eines Trennschleifers sägten die Spezialisten den Edelstahlring vorsichtig durch. Dabei trugen sie Splitterschutzbrillen und kühlten die Schwellung fortwährend mit Wasser aus einer dicken Spritze. Am Ende ließ sich das Schmuckstück mit Zangen von Finger des Patienten lösen.

Erst Mitte Mai war die Feuerwehr zu einem vergleichbaren Einsatz im Marienhospital ausgerückt. Damals bekam eine junge Frau ihren Ehering nicht mehr vom anschwellenden Finger. Ihr Pech: Das Teil bestand aus einer ultraharten Wolfram-Titan-Legierung. Das Durchtrennen des Rings dauerte über zwei Stunden und kostete 20 Trennscheiben.

In der Klemme

Wie Feuerwehr-Sprecher Jan Südmersen unserer Zeitung sagte, kommt es in Osnabrück immer wieder zu Einsätzen, in denen Personen buchstäblich aus der Klemme geholfen werden muss. Was Außenstehenden kurios erscheint, ist dabei für die Betroffenen oft heikel und schmerzhaft. „Wir mussten beispielsweise schon häufiger Handschellen aufklemmen“, berichtet Südmersen. Ursächlich für solch missliche Lagen seien allerdings weniger aus dem Ruder gelaufene erotische Spielchen, sondern pure Unachtsamkeit. Selbst um den Körper gewickelte Fahrradschlösser habe die Feuerwehr Osnabrück in der Vergangenheit schon geknackt. Südmersen: „Da wird ein bisschen rumgedaddelt, und plötzlich stellt man fest: Der Schlüssel ist verloren.“