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Song über die Stadt der Liebe Sänger Fabian von Wegen räumt mit Osnabrück-Hymne ab

Von Thomas Wübker | 12.01.2016, 12:44 Uhr

Der Liedermacher Fabian von Wegen besingt Osnabrück als Stadt der Liebe und landet damit in den sozialen Netzwerken einen Riesenhit. Bis Dienstagmittag wurde das Video zu seiner Osnabrück-Hymne auf Youtube mehr als 15100 Mal angeklickt. Der Sänger selbst ist überrascht.

Als Fabian von Wegen im Sommer 2014 mit seinem Auto durch Osnabrück fuhr, hatte er plötzlich folgende Zeilen im Kopf: „Dahin, wo die Liebe fällt, da liegt niemals Bielefeld.“ Später habe er sich hingesetzt und das Lied an einem Tag fertig geschrieben, erzählt er. Die Quintessenz des Stücks mündet in der Zeile: „Ja, wir sind die Friedensstadt, und ja, hier findet Liebe statt.“

„Als ich das fertige Stück bei meinen Straßenmusik-Auftritten gesungen habe, habe ich gemerkt, dass es gut ankommt“, sagt von Wegen. Schließlich hat er es den Leuten vom Osnabrücker Label Timezone Records vorgespielt – und die fanden es toll.

Reine Osnabrücker Produktion

So ist das Osnabrück-Lied eine reine Osnabrücker Produktion geworden. Auch Carsten Amelingmeyer, der das Video gedreht hat, ist Osnabrücker. Ein kleiner Makel darf aber nicht unerwähnt bleiben: Fabian von Wegen wurde nicht in der Friedensstadt, sondern in einem kleinen Dorf in Mittelhessen geboren. Osnabrück sei sein Wahl-Heimat, sagt er. „Deswegen bin ich auch nur ein bisschen lokalpatriotisch.“

Für Lokalpatrioten gibt es in dem Video zum Osnabrück-Lied aber viel von der Hasestadt zu sehen. Mit Amelingmeyer ist von Wegen durch die Stadt gezogen und hat Passanten gefragt, ob sie Teil des Videos zum Osnabrück-Lied sein wollten. Manche hätten sich geziert, andere nicht lange gezögert. So sind zum Beispiel ein Headbanger im Schlossgarten zu sehen, der sein langes Haupthaar im Rhythmus schüttelt, oder drei ältere Damen in der Fußgängerzone, die zur Musik schunkeln.

Schlager mit Augenzwinkern

Apropos Schunkeln: Musikalisch ist das Osnabrück-Lied dem Schlager-Genre zuzuordnen, gibt von Wegen unumwunden zu. „Aber der Text kommt mit einem ironischen Augenzwinkern daher“, fügt er an. Mit den Songs, die von Wegen sonst schreibt, hat das Stück herzlich wenig zu tun. Da ist es schon eine Ironie, dass er nun ausgerechnet mit einem Schlager so einen großen Erfolg hat.

Dass das Video im Internet so ein Renner geworden ist, hat ihn überrascht, sagt von Wegen ehrlich. „Ich hatte niemals die Absicht, eine Osnabrück-Hymne schreiben zu wollen.“ Aber er hat damit den Nerv vieler Osnabrücker getroffen.

Bei einem Wettbewerb der Stadt, die eine neue Melodie für ihre Telefon-Hotline suchte, sei das Lied übrigens durchgefallen, erzählt von Wegen. Er weiß aber, dass Oberbürgermeister Wolfgang Griesert das Stück gehört hat. Ausgerechnet das Stadtoberhaupt hat der Sänger nicht überzeugen können. Dafür finden es viele Bürger der Stadt der Liebe toll.