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Sommer statt Oelgeschläger Kuddel-Muddel beim Stimmenzählen: 81-jähriger Osnabrücker kommt doch nicht in den Rat

Von Michael Schwager | 20.09.2011, 10:31 Uhr

Der 81-jährige Kurt Oelgeschläger (SPD) wird nun doch nicht am 1. November als ältestes Mitglied in den Rat des Stadt Osnabrück einziehen. Für ihn kommt jetzt Ulli Sommer ins Stadtparlament. Der Grund ist eine Panne beim Auszählen der Stimmen.

Ein Wahlhelfer hatte versehentlich etwa 40 Stimmen, die für die SPD-Liste im Wahlbereich 1 (Innenstadt, Gartlage, Schinkel) abgegeben worden waren, Kurt Oelgeschläger direkt zugerechnet. Damit hatte er die meisten SPD-Stimmen im Wahlbereich 1 und war als Siebter auf der Parteiliste direkt in den Rat gekommen. Der nächstbeste SPD-Listenplatz fiel deshalb dem Listenersten Dirk Koentopp zu. Nach der korrigierten Stimmverteilung hat nun aber Koentopp die meisten Stimmen der SPD-Kandidaten im Bereich 1 und zieht damit direkt in den Rat ein. Der Listenplatz geht nun an den auf Platz zwei auf der SPD-Liste gesetzten Ulrich Sommer. Das bestätigte der bei der Stadt für die Wahlorganisation zuständige Uwe Schmidt.

Der Jugendexperte der Rats-SPD wusste am Dienstagmorgen offiziell noch gar nichts von seinem Glück und kommentierte die neue Entwicklung so: „Ich konnte mit dem ersten Ergebnis gut leben. Ich kann aber auch gut damit leben, gewissen Themen, um die ich mich in der zurückliegenden Ratsperiode gekümmert habe, weiter zu bearbeiten. Ich kann mit beidem gut leben.“

Kurt Oelgeschläger hatte bereits damit begonnen, seine Rentner-Termine bei der Arbeiterwohlfahrt, der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60 plus und im Heinz-Fitschen-Haus mit den neuen Verpflichtungen als Ratsmitglied zu koordinieren. Die Nachbarn hatten ihrem „Kuddel“ auch schon ausgiebig auf die Schultern geklopft. Dennoch nahm er die neue Entwicklung gelassen: „Ich habe das vor 20 Jahren ja schon mal erlebt.“ Auch da war das Schinkeler Urgestein gerade frisch im Rat, als sich herausstellte, dass Briefwahlstimmen aus Voxtrup noch nicht ausgezählt worden waren. Nach der Korrektur setzte sich dann sein Voxtruper Parteifreund Klaus Frobitter auf den von ihm vorgewärmten Ratssessel.

Trotz des überraschenden Abgangs von „Kuddel“ Oelgeschläger bleibt die Alterspräsidentschaft des Rates in sozialdemokratischen Händen. Karin Jabs-Kiesler, Obertsudienrätin a.D. und Jahrgang 1939, ist nun ältestes Ratsmitglied.