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So kommt der Film ins Kino Adventstürchen zum Vorführraum des Cinema Arthouse

Von Ullrich Schellhaas | 11.12.2015, 18:51 Uhr

Zeitreise in die Vergangenheit: Bei der Adventstürchen-Aktion des Hauses NOZ medien konnten neun Kinder nicht nur erleben, wie der Film – heutzutage – auf die Leinwand kommt. Da im Cinema Arthouse, das für die Kinder die Türen zu Vorführräumen öffnete, auch noch alte Geräte stehen, konnten sie dort auch erleben, wie das früher – bis vor fünf Jahren – so war. Vermutlich als die Letzten.

„Denn die Technik wird von uns jetzt abgebaut“, berichtete Stefan Engelke vom Cinema-Arthouse, der die Jungen und Mädchen durch die Führung begleitete und alles ganz genau erklärte. Wie so ein Film, also ein alter, echter, analoger Film aussieht, wie man ihn schnitt und klebte, und wie man ihn in den Projektor einlegen musste, damit er von der Tellermaschine, wo er nebst Vorfilmen und Werbung gelagert war, korrekt zum Abspielgerät und letztlich auf die Leinwand kam, nur um dann auf dem nächsten Teller wieder aufgerollt zu werden.

„Aber das hat natürlich eine Menge Arbeit gemacht und war auch störanfällig“, sagte Stefan Engelke. Wurde ein Film oft gezeigt, bekam er beispielsweise Streifen, die man auf der Leinwand sehen konnte. Das passiert bei modernen, digitalen Filmen nicht mehr. Die haben immer die gleiche Qualität.

Und die dafür benötigte Technik ist längst nicht so spektakulär anzuschauen, wie die alte – obwohl sie ja eigentlich viel spektakulärer ist. Im Theater-Management-System nämlich lagern die heutigen Filme auf einer Festplatte und werden zusammen mit Werbung und Vorfilmen direkt an den digitalen Projektor geschickt, der eigentlich nur aussieht wie ein großer hässlicher Kasten. Davon wird dann alles an einem Monitor abgespielt. Leiser ist das als früher, qualitativ besser und natürlich auch schneller, denn schließlich entfällt ja die ganze Arbeit mit dem Umspielen und Schneiden und Aufwickeln. Nur ist es eben auch weniger plakativ beim Anschauen.

Ein weiterer, relativ neuer Trend im Kino ist es, Filme in der dritten Dimension anzuschauen. Mit einem einfachen Test verdeutlichte Stefan Engelke dem Nachwuchs, wie das vom Prinzip her funktioniert.

Dafür mussten die Jungen und Mädchen ihre beiden Daumen ausstrecken, diese betrachten und dann im Wechsel jeweils ein Auge schließen. „Oh das springt ja hin und her“, bemerkten die Kids völlig richtig.

Im Cinema Arthouse sorgt dafür ein großer blauer Kasten vor dem Projektor, ein so genanntes Master Image, und die 3D-Brille setzt dann alles wieder zusammen. „Sonst sieht man alles nur unscharf“, erklärte Stefan Engelke, bevor er die Jungen und Mädchen mit Popcorn versorgte.

Zum Abschluss besuchten alle noch die Vorstellung der Neuverfilmung von Heidi. Digital, versteht sich, denn die Zeitreise war ja schon beendet.